Vision Mehringplatz, Kreuzberg

Das Denkmal „Der Friede“ auf dem Mehringplatz
Das Denkmal „Der Friede“ auf dem Mehringplatz

Neue Impulse für den Mehringplatz

Er war einer der schönsten Plätze Berlins und ist das südliche Entree zur Friedrichstraße: der Mehringplatz. Doch spätestens mit dem Bau der Mauer rutschte das einstmals zentrale Quartier buchstäblich in eine Randlage. Seit dem Mauerfall gab es immer wieder Ansätze, das Quartier aufzuwerten. Der Mehringplatz hat hohes Potential, seine Bedeutung zurückzugewinnen. Seine zentrale Lage als Ausgangspunkt zu vielen wichtigen kulturellen Einrichtungen sowie seine sehr gute verkehrstechnische Anbindung sind ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt.

Bewohner bestimmen über die Zukunft des Quartiers

Um neue Impulse für eine qualitative Aufwertung des Platzes zu setzen, wurde eine Zukunftswerkstatt ins Leben gerufen. Ziel ist es, alle Beteiligten einzubinden und zu Wort kommen zu lassen: die Bewohner des Quartiers am Mehringplatz, ebenso wie die Vertreter der lokalen Wirtschaft, die Wohnungsgesellschaften sowie die Bezirksverwaltung. Initiiert und finanziert wird das Projekt Zukunftswerkstatt Mehringplatz durch die gemeinsame Initiative vom Quartiersmanagement am Mehringplatz, dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den zwei Unternehmen der Wohnungswirtschaft Gewobag und EUCAL.

Die Zukunftswerkstatt wurde von dem Team Zukunftswerkstatt Köln und socius Organisationsberatung gGmbH durchgeführt. Sie kümmern sich um eine mitreißende Arbeitsatmosphäre, in der Menschen unterschiedlicher Kulturen bereit sind, in einem Dialog auf Augenhöhe konstruktive Pläne zu entwickeln.

„Kopf oder Zahl“ – Kunstaktion zum Auftakt

Kunstaktion zum Auftakt der geplanten Zukunftswerkstatt
Kunstaktion zum Auftakt der geplanten Zukunftswerkstatt

Zum Auftakt der Zukunftswerkstatt Mehringplatz fand am 21. Mai 2011 die Kunstaktion „Kopf oder Zahl“ statt. Zunächst hatte das Team der Zukunftswerkstatt Mehringplatz den Brunnen gereinigt, mit frischem Wasser gefüllt und mit symbolischen Münzen bestückt. Ab 11 Uhr wurde der Platz um den Brunnen zum öffentlichen Raum für Wünsche, Chancen und Perspektiven für das Quartier. Bewohner und Gäste warfen Münzen und schrieben ihre Wünsche mit Kreide auf den Platz. Zudem wurde im Vorfeld ein Stimmungsbild zum Platz von den Bewohnern eingeholt. Ein Planungsteam gründete sich, das die Zukunftswerkstatt inhaltlich vorbereitete.

Die Zukunftswerkstatt:

Die Freiluftausstellung spiegelt das gemeinsame Engagement aller Beteiligten wider und gibt einen Rückblick auf den historischen Reichtum des Platzes.
Die Freiluftausstellung spiegelt das gemeinsame Engagement aller Beteiligten wider und gibt einen Rückblick auf den historischen Reichtum des Platzes.

Am 28./29. Mai 2011 fand die zweitätige Zukunftswerkstatt in den Räumen der AOK statt, an der ca. 150 Personen, darunter die Gewobag, Bewohner und Vertreter unterschiedlichster Einrichtungen (u. a. EUCAL, Senatsverwaltung, Bezirksamt, Quartiersmanagement) beteiligten und gemeinsam die Vision „Zurück zu einem der schönsten Plätze Berlins“ entwickelten. Themen waren u. a. Sicherheit im Kiez, Stärkung des Gewerbes, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, Imageförderung, Vielfalt der Kulturen sowie Identität und Geschichte des Platzes. In der sich anschließenden Strategiewerkstatt bildeten sich ein Koordinierungsrat, ein Lenkungsausschuss und fünf Arbeitsgruppen, die Handlungskonzepte zur Verbesserung des Wohnumfeldes erstellten und bis heute an deren Umsetzung arbeiten.

Erarbeitete Vision:
Zurück zu einem der schönste Plätze Berlins.

Arbeitsgruppe Wohnen:

  1. Ein Mieterbeirat wurde als Sprachrohr der Gewobag-Mieter gewählt, der aktiv deren Interessen vertritt.

  2. Ein Interkultureller Garten konnte als nachbarschaftliche Begegnungsstätte an die Bewohnerschaft übergeben werden.

Arbeitsgruppe Image
  1. Ein Markenmodell wurde für den Platz entwikelt und eine Bildmarke verabschiedet.

  2. Eine aktive Pressearbeit findet statt. Die Berichterstattung kehrt sich um – es erscheinen regelmäßig positive Nachrichten.

Arbeitsgruppe Gewerbe
  1. Die Konzeptstudie „Kreative Raumpioniere“ zur Umsetzung des Gewerbemixes wurde erarbeitet.

  2. Es kommt regelmäßig ein Gewerbestammtisch zusammen. Unternehmer kooperieren mit Schulen und setzen ein Zeichen für den Gewerbestandort.

Arbeitsgruppe Bildung für Kinder und Jugendliche
  1. Eine Lernwerkstatt für Kinder und Jugendliche ist eingerichtet, in der Kinder anhand alternativer Lernkonzepte die Welt erforschen.

  2. Ein Kinder- und Jugendrat hat sich gebildet.

  3. Die Galilei-Grundschule wird mit neuen Büchern ausgestattet.

  4. Die Fassade der Jugendeinrichtung KMA wird unter Beteiligung der Jugendlichen neu gestaltet.

  5. Ein Patenprojekt zwischen Gewobag und Lernwerkstatt fördert die Bildung im Quartier

Arbeitsgruppe Öffentlicher Raum

Heinrich Fust kümmert sich nicht nur um die Pflanzen am Mehringplatz. Auch ortsunkundige Touristen und Mieter bekommen seine Aufmerksamkeit, wenn sie sich an ihn wenden.
Heinrich Fust kümmert sich nicht nur um die Pflanzen am Mehringplatz. Auch ortsunkundige Touristen und Mieter bekommen seine Aufmerksamkeit, wenn sie sich an ihn wenden.

  1. Eine Bauzaunausstellung zur „Geschichte des Mehringplatzes und Ergebnisse der Zukunftswerkstatt“ wurde erstellt, die die Bewohner und Besucher über historische und aktuelle Entwicklungen informiert.

  2. Seit dem 1. Mai 2012 kümmert sich ein Platzgärtner (Heinrich Fust) sehr engagiert um den Platz. Er wird durch die Gewobag, AOK und Bezirk finanziert und ist mittlerweile eine bekannte und wichtige Persönlichkeit.

  3. Die Gewobag hat für ein attraktives Erscheinungsbild des Platzes durch die Bepflanzung des Innenrings und die Anbringung von Baumscheiben gesorgt.

Regelmäßige Infos zu Projektständen

Der Prozesses wird umfassend dokumentiert, zum Beispiel durch die Erstellung einer Gesamtdokumentation und eines Ergebnistelegramms, das per Hauswurfsendung an die Bewohner verteilt wurde. Zur jährlichen Bürgerversammlung und in monatlichen Kiezrunden werden Informationen zum Mehringplatz an die Bewohner herangetragen. Die Ergebnisse werden protokolliert und auf der Internetseite des Quartiersmanagements, in Newslettern und Informationsblättern veröffentlicht.