Junges Paar auf dem Balkon seiner Wohnung.

14.00 Uhr Schlüsselübergabe Dolgenseestraße

Read this article in English

Endlich ist die neue Wohnung im Dolgensee-Center fertig. Ronja Schneeweiß mit ihrer kleinen Familie zählt zu den neuen MieterInnen des ersten Bauabschnitts. Wir haben die junge Familie im Februar am Tag der Schlüsselübergabe besucht.


Vom Zentrum Berlin Alexanderplatz geht es auf der Frankfurter Allee schnell und auf direktem Weg nach Lichtenberg. Zwischendurch werden die Häuser kleiner, Einfamilienhäuser wirken ländlich, bevor die Hochhäuser am Tierpark zu sehen sind. Gleich sind wir mit Ronja Schneeweiß verabredet, die mit ihrer kleinen Familie heute um 14.00 Uhr die Schlüssel für ihre neue Wohnung bekommt. Hinter dem Parkplatz der beiden neuen Zehngeschosser liegt ein kleiner Park. Vor dem Ristorante Marco Polo Uno werden auf der Terrasse des Hof-Boulevards gerade neue Bäumchen gepflanzt. Der Asphalt glänzt frisch. Das Restaurant, schon seit 1995 am Platz, zieht nun aus dem DDR-typischen MZG (Mehrzweck-Gaststätten)-Gebäude ins Erdgeschoss des Dolgensee-Centers. 

Kräne auf einer Baustelle.
Das Dolgensee-Center zwischen Rummelsburger Bucht und Tierpark.

Im Hof drehen sich vier Kräne, Baustellengeräusche und Baggergeröll gehören noch dazu. Bis 2021 entstehen hier 678 Wohnungen. Im ersten fertigen Bauabschnitt hängen schon die ersten Gardinen in den Fenstern, in manchen provisorisch die Handtücher. Die Balkone wirken durch die hell gestreiften Fassaden noch größer. Ein Ehepaar schleppt einen Kleiderschrank in den Fahrstuhl, eine Familie schiebt einen mit großen Tüten beladenen Kinderwagen in den Kinderwagenabstellraum. Und da sehen wir Ronja Schneeweiß aus dem Fenster zum Innenhof aus dem 8. Stock winken: „Hallo“, ruft sie, „kommt rauf.“

Eine junge Frau winkt aus dem Fenster eines Hochhauses.
Erster Gruß aus der Wohnung. 1.200 MieterInnen finden hier bis 2021 ein neues Zuhause.

Ronja kommt aus Berlin, ihr Mann Philipp aus Eisenhüttenstadt. Gemeinsam mit ihrem zweijährigen Sohn Moritz sind sie ab heute Mieter einer 100-Quadratmeter-Wohnung mit vier Zimmern und  Aussicht: Man hat freien Blick auf den Berliner Himmel, den Allianztower, den Bahnhof Ostkreuz – und auch die Spitze vom Fernsehturm ist noch zu sehen.

Ronja hat ein tolles Lächeln, als sie uns bittet reinzukommen, und sie erzählt, dass es sehr cool war, gerade die Schlüssel zu bekommen. Und dass sie froh ist, dass sie vor dem Einzug zwei Wochen Zeit haben, um sich einzurichten, alles zurechtzubauen und zu malern. Jetzt wohnen sie noch auf sechzig Quadratmetern am Volkspark Friedrichshain. Seitdem der kleine Moritz auf der Welt ist, haben sie darüber nachgedacht, in eine größere Wohnung zu ziehen, zumal die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Und Ronja hat schnell gemerkt, dass es nicht einfach ist, in Berlin eine große Wohnung zu finden. Sie arbeitet als Grundschullehrerin in Teilzeit und ihr Freund Philipp ist noch Student. 

Eine junge Frau öffnet die Tür zu ihrer Wohnung.
Hell, groß und gut angebunden: die neue Wohnung.

„Ich verdiene zwar gut, aber immer einen Tick zu wenig, um an eine Wohnung ranzukommen. Und jetzt hat es doch geklappt. Ich fange auch bald wieder voll an zu arbeiten“, erklärt sie, als sie uns die Wohnung mit den zwei Badezimmern und der offenen Wohnküche mit Balkon, wo man im Sommer ein Doppelbett platzieren könnte, zeigt.

An der Wohnung hat Ronja und Philipp gleich gefallen, dass sie hell und vor allem nicht zu teuer ist: „Die soziale Anbindung ist uns sehr wichtig, Kita und der öffentliche Nahverkehr. Ich muss als Grundschullehrerin jeden Tag nach Erkner raus. Mit der S3 ist das von hier aus perfekt. Und da Philipp jetzt noch nicht genau weiß, wohin es ihn nach der Uni verschlägt, ist es natürlich auch ein kleines Wagnis. Dass hier ein Rewe reinkommt, ist natürlich super“, erzählt uns Ronja, während Philipp auf dem Boden schon mal die imaginäre Küche ausmisst.

Die beiden wohnen zum ersten Mal in einem Neubau. „So ein richtiger Erstbezug ist für uns was Besonderes. Wenn da vorher noch keiner drin war. Das ist schon cool“, meint Ronja.

Auf die Frage, was sie zuerst in der neuen Wohnung plant, sprüht Ronja vor Energie. Philipp würde die Wände zwar am liebsten erstmal weiß lassen, erklärt sie die Herangehensweise ihres Freundes, aber sie ist sicher: Wenn man etwas nicht gleich macht, dann tut man es später nie. Am Wochenende wollen sie gleich in die Nische neben dem Flur ein Bett reinbauen und die Küche planen.

Einer junger Mann mit Basecap vermisst den Boden. in einer Wohnung.
Privater Küchenplaner im Einsatz.

„Und ich klebe nebenbei schon ein bisschen ab und malere. Ich habe mir schon 1000 Farbfächer aus dem Baumarkt mitgebracht und leg mir die heute schon mal an die Wand und guck ein bisschen“, ist Ronja, die bekennende Pinterest-Anhängerin, in ihrem Element. Bis zur ersten Nacht in der neuen Wohnung haben die beiden noch einiges vor. Als wir uns verabschieden, laden uns Ronja und Philipp ein, nochmal vorbeizuschauen, wenn alles fertig ist. Das werden wir bestimmt tun. 

Photos © Felix Seyfert


weitere Artikel