Bienert

Warum ist die Papageiensiedlung so bunt?

Es wird bunt in der Rubrik „Sagen Sie mal, Herr Bienert!“: Der Buchautor und Berlinologe besichtigt die Papageiensiedlung in Berlin-Zehlendorf. Die Häuser leuchten in verschiedensten Farben. Aber warum? Dieser Frage geht Michael Bienert auf den Grund.


Papageiensiedlung, Waldsiedlung Zehlendorf, Onkel-Tom-Siedlung – dieser Ort hat viele Namen. Die Rede ist hier von einem in Zehlendorf, direkt am Grunewald gelegenen Häuserensemble. Hier trifft moderne Architektur auf Wald und Natur.

Buntes Laub, bunte Häuser – Michael Bienert zeigt die Papageiensiedlung in voller Pracht. Die Blätter an den Laubbäumen sind bunt, weil es von der Natur so vorgegeben ist. Bei reduzierter Sonneneinstrahlung wird ihr grüner Farbstoff abgebaut und es zeigt sich, was vorher im Verborgenen lag: Karotin färbt Blätter gelb oder orange, Anthocyan macht sie rot. Bei den Häusern in der Wohnsiedlung ist das selbstverständlich anders. Und da haben wir uns gefragt:

„Warum ist die Papageiensiedlung so bunt?“

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Die Dreharbeiten in dem U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte fanden unter Einhaltung der Covid-19 Bestimmungen Anfang November 2020 statt. Am 16.11.2020 kam es zu einem Großbrand in dem Berliner U-Bahnhof. Wir möchten unsere aufrichtige Anteilnahme ausdrücken und wünschen den Betroffenen alles Gute!

Leben in Zehlendorf

Zehlendorf ist vor allem von Natur geprägt: Zur Hälfte besteht der Berliner Ortsteil aus Wald- und Wasserflächen. Wer hier wohnt, mag es ruhig. Die Lebensqualität in Zehlendorf ist hoch, was sich auch an der Bauweise der Gebäude zeigt. In Verbindung gebracht wird Zehlendorf vor allem mit prächtigen, alten Stadtvillen. Die Architektur des Ortsteils ist aber vielfältiger, als man denken mag. So wie in der Papageiensiedlung, deren Entstehung seinerzeit nicht nur auf Zuspruch traf …

Die Vision Bruno Tauts

Der Architekt und Stadtplaner Bruno Taut plante die Waldsiedlung Zehlendorf im Auftrag des Wohnungsunternehmens Gehag. Gebaut wurden die rund 2.000 Wohnungen nach Plänen von Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg von 1926 bis 1932.

Ein wichtiger Bestandteil von Gebäuden sind nach Bruno Taut Farben. So trifft in der Papageiensiedlung blauer Estrich auf rote Türrahmen und knallgelbe Wohnungstüren. Charakteristisch für „Tautʼsche Siedlungen“ sind große Garten- und Freianlagen. Beide Gestaltungselemente wurden in der Zehlendorfer Waldsiedlung umgesetzt.

Der Begriff Papageiensiedlung kam in den 1920er-Jahren auf und wurde von Gegnern dieser neuen Architektur ins Leben gerufen. Heute ist man sich sehr bewusst, dass Bruno Taut durch seinen Umgang mit Farben etwas Einzigartiges geschaffen hat und es sich um Baukunst handelt, die einer behutsamen Pflege bedarf.

Die von Bruno Taut gewählten Abstände zwischen den Gebäuden, seine Proportionen und Farben erwecken den Eindruck von Weitläufigkeit. 

Eigentumsverwaltung bei der Gewobag

Um die Papageiensiedlung und ihre BewohnerInnen kümmert sich die Gewobag VB. Die Tochtergesellschaft der Gewobag verwaltet Wohnungseigentümergemeinschaften und Wohnanlagen zur Miete in Berlin und Brandenburg. Mit circa 17.000 Einheiten handelt es sich um einen der großen Immobiliendienstleister für Dritte in Berlin.

Kennen Sie interessante Quartiere und Kieze, die Michael Bienert besuchen soll? Haben Sie Fragen an den Historiker? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an info@nullsowohntberlin.de.

Foto & Video © movact