28. März 2021

Menschen- und Frauenrechte: 365 Tage im Jahr!

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Was bedeutet Mut? Wäre man selbst mutig genug, um sich für andere einzusetzen, die Unterstützung oder Hilfe brauchen? Was, wenn die Situation das eigene Leben beeinflussen könnte? Mit diesen Fragen hat sich die aus Moskau stammende Künstlerin Katerina Voronina auseinandergesetzt, als sie an dem Wettbewerb von Amnesty International zur Gestaltung einer „Brave Wall“ anlässlich des Internationalen Frauentages teilnahm, der in Kooperation mit dem URBAN NATION Museum veranstaltet wurde.


Eine „Brave Wall“ mitten in Berlin-Kreuzberg, die Mut macht, sich für Menschen- und Frauenrechte einzusetzen, und die die erste ihrer Art in Deutschland ist: Für die Gestaltung der Fassade in der Gitschiner Straße in Kreuzberg hat sich Katerina Voronina von der Geschichte der brasilianischen Stadträtin und Menschenrechtskämpferin Marielle Franco inspirieren lassen, die am 14. März 2018 in Rio de Janeiro ermordet wurde. Als schwarze bisexuelle Frau setzte sich Marielle Franco für Menschenrechte und Minderheiten ein, insbesondere für die Rechte der schwarzen Bevölkerung und der BewohnerInnen der Favelas, in denen sie selber gelebt hat.

Als wir uns mit Katerina Voronina, die seit zwei Jahren in Berlin lebt, vor der „Brave Wall“ treffen, erzählt sie, was sie zu diesem Motiv inspiriert hat. Dazu gehören unter anderem lange Gespräche mit ihrer brasilianischen Mitbewohnerin über den Kampf gegen Korruption in Brasilien und in Russland. Auch deshalb spiegelt das Fassadenmotiv von Katerina Voronina den Mut und die unerschütterliche Haltung von Marielle Franco wider.

Kate Voronina paints the "Brave Wall" for Urban Nation and Amnesty International for International Women's Day,
Die Kreuzberger „Brave Wall“ – eine Herausforderung für
Katerina Voronina.

Was bedeutet es, mutig zu sein?

Katerina Voronina glaubt, dass Mut nicht gleich Mut ist: „Wenn man nichts zu befürchten hat, ist es eine menschliche Pflicht, jemandem zu helfen, der Hilfe benötigt. Das ist normal, da gibt es nichts zu diskutieren. Aber wenn man dabei sein Leben riskiert, dann ist es wirklich sehr mutig.“ Sie würde sich wünschen, dass man über Menschen- und Frauenrechte im 21. Jahrhundert nicht mehr diskutieren muss. Umso dankbarer ist sie, dass sie ein freies Leben führen kann. So sind auf der „Brave Wall“ die Möglichkeiten verschiedener Lebenswege symbolisiert: die Wissenschaftlerin, die Studentin, eine Anführerin oder eine Musikerin. Katerina Voronina will mit ihrer Arbeit zeigen, dass die Freiheit, sich im Leben für eigene Weg zu entscheiden, unabhängig vom Alter und der Art ist, wen man liebt oder welcher Religion man angehört.

Die erste „Brave Wall“ in Deutschland knüpft konsequent an das Thema „Frauenrechte und Menschenrechtsverteidigerinnen“ als eines der Schwerpunktthemen der „Women Human Rights Defenders“ (WHRD) von Amnesty International und der „Mut braucht Schutz“-Kampagne an. Zu den „Women Human Rights Defenders“ gehören Frauen, die sich für Menschen jeden Geschlechts, für Menschenrechte in Bezug auf Frauen und für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen. Mit der „Brave Wall“ soll die Sichtbarkeit und Anerkennung von MenschenrechtsverteidigerInnen sowie deren Arbeit im öffentlichen Raum gestärkt werden.

Kate Voronina paints the "Brave Wall" for Urban Nation and Amnesty International for International Women's Day,
Künstlerin Katerina Voronina (rechts) und Emily Eldridge bei der Vorbereitung für den Aufstieg und Arbeit an der „Brave Wall“ in der Gitschiner Straße.

Höhenangst und weitermachen!

Die Gestaltung der „Brave Wall“ war eine Herausforderung für Katerina Voronina, mental und körperlich. Zum einen wegen der wichtigen Botschaft, die sie vermitteln wollte, zum anderen wegen ihrer Höhenangst. Die machte die Arbeit an der „Brave Wall“ zu einer echten Überwindung für Katerina Voronina. Unterstützung bekam sie von ihrer Kollegin, der amerikanischen Künstlerin Emily Eldridge, die ihr assistierte, obwohl sie ebenfalls nicht frei von Höhenangst ist. „Emily hat mir jeden Tag gesagt, ich soll nicht nach unten schauen, sondern einfach weitermachen“, lacht Katerina Voronina. So ist es wahrscheinlich mit dem Mut: einfach weitermachen. Gegen die Höhenangst halfen auch der Zuspruch und der Kaffee vom Balkon der AnwohnerInnen.

Aber auch Interviews zu geben ist für Katerina Voronina eine neue Erfahrung, drückt sie sich doch normalerweise mit Illustrationen aus. Gern möchte sie über manche Fragen etwas länger nachdenken – und so nimmt sie sich die Zeit: „Kurze, schnelle Antworten sind bei den wichtigen Themen Menschen- und Frauenrechte nicht immer die richtigen“, findet sie.

Danke Katerina Voronina für das Gespräch!

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Fotos © Nika Kramer, Amnesty International


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