Das Gebäude vom Computerspielemuseum.
4. November 2021

Dem Computerspielemuseum

Ein Museum zum Gucken, Anfassen und … Spielen? Das Computerspielemuseum in der Karl-Marx-Allee lässt sowohl Kinder- als auch Gamerherzen höherschlagen. Hier können Groß und Klein die Computerspieleevolution erleben. Der Betriebsleiter Martin Görlich im Interview.


Martin Görlich steht vor dem Computerspielemuseum.
Martin Görlich arbeitet seit acht Jahren im Computerspielemuseum. Seine Liebe zu Computerspielen war in den 90er-Jahren mit seinem ersten Spiel – Civilization 1 – geweckt worden.

In den Räumen des ehemaligen Café Warschau in Berlin-Friedrichshain gibt es viel zu entdecken: Hier befindet sich seit 2011 das Computerspielemuseum. Mit über 300 Exponaten verfügt es über die größte Computerspiele-Dauerausstellung Europas.  

Herr Görlich, in wenigen Worten: Was erwartet Interessierte bei einem Besuch des Computerspielemuseums? 

Martin Görlich: Bei uns entdeckt man die Computerspielegeschichte, indem man sie erlebt. Wir zeigen die Anfänge und die Highlights aus der 60-jährigen Evolution der Games. Viele historische Spiele können nur noch bei uns gespielt werden.

Der Eingangsbereich vom Computerspielemuseum.
Bei einem Besuch im Computerspielemuseum gehen die Besucherinnen und Besucher auf eine unterhaltsame Zeitreise durch die Geschichte des Gamings.

Was ist Ihr Lieblingsausstellungsstück? 

Martin Görlich: Da sich unsere Ausstellung regelmäßig verändert und ständig neue Ausstellungsstücke hinzukommen, wechselt auch mein Lieblingsausstellungsstück immer wieder. Mein aktueller Favorit ist unser Frogger-Automat. Bei diesem Acardespiel führt man einen Frosch über eine stark befahrene Straße und später über einen Fluss. Klingt simpel, macht aber echt Spaß!

Ein Foto der Painstation.
Die Painstation: Gespielt werden darf sie erst ab 18 Jahren.

Was ist das beliebteste Spiel der Ausstellung?

Martin Görlich: Die Painstation. Dabei handelt es sich um ein Kunstwerk, auf dem das Spiel Pong mit sogenannten Bestrafungsfeldern gespielt werden kann. Diese Felder geben abhängig vom Spielverlauf Hitzeimpulse und Stromstöße. Eine Miniaturpeitsche gibt es auch. Manche Besucherinnen und Besucher kommen nur für dieses Spiel vorbei.

Also ist das Computerspielemuseum nicht nur etwas für Familien mit Kindern?   

Martin Görlich: Keinesfalls. Natürlich haben Kinder hier viel Spaß, wenn sie die über 50 spielbare Exponate ausprobieren können. Es kommen aber auch viele Fans vorbei, die die Spiele aus den 80ern und 90ern kennen oder einfach Spaß am Spielen haben.

Können uns Computerspiele und Co. etwas beibringen?  

Martin Görlich: Dieses Thema behandeln wir auch in der Ausstellung. Und die Antwort lautet: Ja. Neben den vielen Lernspielen können auch „normale Spiele“ Kenntnisse vermitteln. Beim Gaming wird das räumliche Vorstellungsvermögen und das schnelle Treffen von Entscheidungen trainiert. Und es gibt beispielsweise Spiele, bei denen kooperativ zusammengearbeitet werden muss oder mit denen Spielerinnen und Spieler in Welten abtauchen, die historischen Orten nachgebildet sind, die sie dadurch spielerisch kennenlernen.  

Das Computerspielemuseum von innen. Ein Junge steht an einer Spielekonsole.
Bunte digitale Vielfalt: Die erste GameBoy-Generation oder der DDR-Spieleautomat Poly-Play wecken Erinnerungen.

Auch das Computerspielemuseum befindet sich an einem historischen Ort: Welchen Einfluss hat die Lage in der Karl-Marx-Allee auf das Museum?

Martin Görlich: Die Geschichte des Hauses ist sehr interessant und für unsere Arbeit wichtig. In dem Museum haben wir historische Elemente und eine prachtvolle Außenfassade, die nicht einfach verändert werden darf. Daher sind wir im regelmäßigen Austausch mit der Denkmalschutzbehörde. Wir sind sehr froh, dass wir an diesem schönen Ort unser Museum betreiben dürfen.

Fotos © Felix Seyfert


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