Moritz W., Samira H. und Furkan K. befinden sich auf einem Dach in der Arcostraße und lächeln in die Kamera. Alle tragen einen Bauhelm.
20. Juni 2022

Detektive am Bau

Drei Monate vor Ende der Bauphase beginnt der Einsatz für die „Detektive am Bau“:
das Gewährleistungsmanagement-Team der Gewobag. Die MitarbeiterInnen prüfen Häuser auf mögliche Baumängel. Und sobald die ersten MieterInnen in die Neubauten einziehen, beginnt für sie die heiße Phase …


Moritz Wäsch, Samira Huber und Furkan Kaynar stehen auf einer Baustelle, tragen Bauhelme und lächeln. In der Hand von Moritz Wäsch befindet sich ein großer Plan.
Alles nach Plan: (von links) Moritz Wäsch, Samira Huber und Furkan Kaynar im Gewobag-Neubauprojekt in der Arcostraße.

Bauplan – check! Schutzhelme und Sicherheitsschuhe – check! Das Team vom Gewährleistungsmanagement bei der Gewobag ist bereit für die Baustellenbegehung in der Arcostraße. Im Herbst 2022 werden Mieterinnen und Mieter die 111 Wohnungen mit Leben füllen. Davor ist aber noch einiges zu tun: Fußbodenheizungen werden verlegt, Dachflächen begrünt, Niststätten für Mauersegler und Fledermäuse angebracht und – zu guter Letzt – das Baugerüst entfernt. Die heutige Aufgabe des Gewährleistungsmanagement-Teams ist es, ganz genau hinzuschauen. Das klingt einfach, erfordert aber viel Genauigkeit und ist erforderlich, um neuen Wohnraum zur Verfügung stellen zu können.

Technisches Know-how

„Neubauprojekte werden bei uns von jeweils einer Projektleiterin oder einem Projektleiter der Neubau-Abteilung oder unseren KollegInnen in der Gewobag EB betreut. Während des Baus neuer Wohnungen sind wir vom Gewährleistungsmanagement dann wie stille Mäuschen. Wir begleiten diesen und achten auf mögliche Baumängel, die dann so schnell wie möglich behoben werden können“, erklärt Samira Huber, die 2018 ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau bei der Gewobag absolvierte. Aktuell besucht sie eine Weiterbildung zur Sachverständigen für Schäden an Gebäuden. Ihr Kollege Furkan Kaynar fügt hinzu, wie vielfältig diese Mängel sein können: „Sie können dem verwendeten Material geschuldet sein oder dem Bauunternehmen, das es verbaut hat. Zudem können sie mit dem bloßen Auge sichtbar sein oder eben nicht. Diese verdeckten Mängel stellen für uns die größte Herausforderung dar.“ Seine Ausbildung hat er auf dem Bau und im Anschluss eine Weiterbildung zum Bautechniker absolviert.

Auch der Dritte im Bunde, Moritz Wäsch, greift bei der Arbeit auf seine Fachexpertise durch jahrelange Baustellentätigkeiten zurück. Er ist erst seit Kurzem bei der Gewobag und hat zuvor selbstständig als Bauleiter und Projektleiter gearbeitet: „Je früher Mängel an Neubauten entdeckt werden, desto besser. Jahre nach dem Einzug ist es für uns schwerer herauszukristallisieren, welche Schäden im Bau entstanden sind und somit von den Baufirmen korrigiert werden müssen und welche erst nach der Abnahme der Bauleistung entstanden sind und somit nicht von der Baufirma verursacht wurden.“

Daher beginnt das Gewährleistungsmanagement-Team mit seiner Arbeit bereits drei oder sogar sechs Monate vor Fertigstellung der Neubauprojekte. „Schon bei Vorbegehungen können wir mögliche Makel entdecken, die dann in Abstimmung und enger Zusammenarbeit mit dem Projektleitenden schnell und einfach behoben werden können“, so Samira Huber. „Aber für uns geht es richtig los, wenn die Vermietung begonnen hat, da die Mieterinnen und Mieter bei ihrem Einzug einen offenen Blick haben.“ Die im Service Center gemeldeten Mängel werden von den HauswartInnen erstgeprüft und vom Gewährleistungsmanagement-Team dann weiterbearbeitet. „An einem Gebäude kann prinzipiell erst einmal alles einen Mangel haben. Das kann bei einer verzogenen Eingangstür anfangen und beim letzten Dachziegel aufhören“, erklärt Moritz Wäsch. Dabei handelt es sich bei den Mängeln der Gewobag-Neubauprojekte meist um kleine Dinge, wie schief hängende Türen oder lose Scharniere.

Berlin mitgestalten

Lucie Krügener und Samira Huber vom Gewährleistungsmanagement stehen auf einer Baustelle.
Lucie Krügener und Samira Huber auf der Baustelle der heute fertig gebauten Studierendenwohnungen in der Bremer Straße.

Insgesamt haben Samira Huber, Furkan Kaynar, Moritz Wäsch und ihre Kollegin Lucie Krügener im Jahr 2021 rund 3.100 Mieteinheiten in 26 Neubauprojekten betreut – und es werden immer mehr: Bis 2026 will die Gewobag ihren Bestand durch Neubau um rund 10.000 Wohnungen erweitern. Um diese Masse an Prüfungen zu bewältigen, werden die Projekte vor der Baufertigstellung aufgeteilt und alle Teammitglieder unterstützen sich gegenseitig, so Furkan Kaynar. „Außerdem tauschen wir uns mit den Kolleginnen und Kollegen aus unserer Neubau-Abteilung und externen Sachverständigen und Planungsbüros aus.“    

Neben der Arbeit im Team ist für Samira Huber, Furkan Kaynar und Moritz Wäsch entscheidend, dass ihre Arbeit abwechslungsreich ist. „Mein Dozent hat immer gesagt: ‚Jedes Bauwerk ist ein Unikat‘“, zitiert Furkan Kaynar. „Dadurch gibt es auch so viele verschiedene Baumängel und wir lernen nie aus.“ Moritz Wäsch ergänzt, wie sehr er es mag, am Wachstum Berlins beteiligt zu sein: „Es ist schön zu sehen, wie viele neue Häuser entstehen, und zu wissen, dass wir daran verdeckt mitwirken.“

Fotos © Lydia Hesse


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