Ein selbst gebauter Gemüsegarten aus Holz mit Pflänzchen darin.
15. März 2022

Gemüsegarten auf der Fensterbank

Die Zeit der Anzucht ist da. Ganz gleich, ob mit oder ohne grünen Daumen: Mit diesen Tipps und Tricks gelingt es allen Gemüsefans, aus Samen prächtige Pflanzen heranzuzüchten.


Das Frühjahr klopft schon vorsichtig an die Tür und weckt bei Fans des urbanen Gärtnerns auf der Fensterbank oder dem Balkon die Lust auf Grünes. Bevor es allerdings grünt und blüht, steht der vielleicht spannendste Moment an: die Anzucht. Ob Tomaten, Gurken, Salate oder Kräuter – es beginnt immer mit der richtigen Erde und guten Samen.

First things first: Erde und Samen

Gemüse von der Fensterbank oder vom eigenen Balkon: Wer reich ernten will, muss bekanntlich säen – am besten mit guten Samen, nährstoffarmer Anzuchterde und in kleinen Gefäßen. Für Letzteres muss niemand tief in die Tasche greifen, denn so ziemlich die meisten haben ganz sicher etwas zu Hause, das umfunktioniert werden kann. Ganz wunderbar eignen sich Eierkartons oder auch die in der Mitte halbierte Pappe von leeren Klopapierrollen. Aus Zeitungen oder Pappkarton lassen sich ebenfalls schnell kleine Anzuchtbehälter basteln. Es empfiehlt sich, die Gefäße in eine wasserfeste Schale oder auf eine Unterlage zu stellen, denn beim Gießen saugen sich auch die Upcycling-Gefäße mit Wasser voll.

Empfehlung: Bei den Samen auf Demeter- oder Bio-Qualität achten. Das macht wirklich einen Unterschied. Die Pflanzen sind sehr kräftig und haben einen sehr guten Ertrag.

Ein geöffneter Eierkarton mit Pflanzenerde und kleinen Pflanzen darin. den
Upcycling: Als Anzuchtgefäße eignen sich hervorragend Eierkartons.

Vom Samen zum Setzling

Sind alle drei „Hauptzutaten“ für die Anzucht von Setzlingen vorhanden, steht dem Säen nichts mehr im Weg. Einfach die Gefäße locker mit Anzuchterde füllen und entsprechend den Hinweisen auf der Verpackung die Samen setzen. An einem warmen, sonnigen Platz und mit einer gelegentlichen seichten Wasserdusche aus der Gießkanne können die Samen nun keimen und treiben. Das dauert gut und gerne ein paar Tage. Also: Ruhig bleiben und auf die ersten Blätter der Pflanzen warten.

Samen mögen für ihre Keimung eine hohe Luftfeuchtigkeit. Es hilft daher, die Samen nach der Aussaat mit einer Folie, einem kleinen Glas oder auch mit einer PET-Obstschale abzudecken. So entsteht quasi ein kleines Mini-Gewächshaus.

Eine Plastikschale dient als Gewächshaus: Darin befinden sich Pflanzenerde und kleine Pflanzen.
Tipp: Ein Mini-Gewächshaus aus einer PET-Schale – einfach, aber sehr effektiv.

Zeit für den Umzug: Pikieren und vereinzeln

Die ersten Blättchen (auch Keimblätter genannt) sind zu sehen? Dann wird es Zeit für den Umzug in ein größeres Pflanzgefäß. Auch hier können wieder Dinge aus dem Haushalt genutzt werden, zum Beispiel Pappbecher oder tiefere PET-Schalen vom Obst aus dem Supermarkt. Einfach wieder mit Anzuchterde füllen und die kleinen Setzlinge vorsichtig entnehmen und umtopfen. Ist der Stängel etwas in die Höhe geschossen, kann das Pflänzchen nun einfach etwas tiefer eingesetzt werden, sodass die Keimblätter kurz über der Erde stehen, ohne dort aufzuliegen. Hier haben die Setzlinge nun mehr Platz zum Wachsen. Sind sie kräftig genug, können sie dann sogar – so es keinen Frost mehr gibt – von der Fensterbank auf den Balkon umziehen, wenn es einen gibt.

Größere Blattsalatpflanzen in Plastikbechern mit Kies darin.
Blattsalat auf dem Balkon liebt die Morgen- und Abendsonne.

Was kann ich anbauen?

Eigentlich kann man so ziemlich alle Gemüsesorten auf dem Fensterbrett vorziehen, also eine Pflanze aus einem Samen züchten. Bei besonders Wärme liebenden Sorten, wie Tomaten, Paprika, Zucchini oder Gurken, ist das Ziehen von Setzlingen sogar notwendig. Wenn aus dem Samen eine kleine Pflanze geworden ist, spielt der Standort eine Rolle. Auberginen, Paprika, Tomaten oder Gurken lieben es vollsonnig und sind bestens rund um ein Fenster oder auf einem Balkon in Südausrichtung aufgehoben. Salate oder Kohlarten gedeihen an schattigen Plätzchen am besten, also nah an einem Fenster oder auf einem Balkon mit Morgen- oder Abendsonne. Auch Kräuter fühlen sich auf dem Fensterbrett wohl. Hier finden Sie Tipps und Tricks für einen Kräutergarten auf der Fensterbank.

Fotos © Adope Stock


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