In drei Schritten zu mehr Ordnung

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Das Jahr ist jung, die Motivation, Dinge zu verändern, ist hoch: Perfekte Voraussetzungen, sich von Altem zu trennen und ein für alle Mal klar Schiff zu machen. Denn bei vielen ist es einfach so: Wir besitzen zu viel und nutzen zu wenig davon.


Schritt 1: Loslassen lernen!

Ausmisten ist ein hoch emotionaler Prozess. Darum empfehlen AufräumexpertInnen, sich einen Teilbereich nach dem anderen vorzuknöpfen. Bewährt hat sich dabei folgende Reihenfolge:

Kleidung, Bücher, Papierkram und zuletzt emotionaler Krimskrams.

Wichtig dabei ist, immer alles aus einer Kategorie auf einmal anzuschauen, also nicht nur den Schrank, sondern auch die Garderobe, den Schuhschrank und die eingemottete Kleidung auszusortieren.

Hand aufs Herz, wie viele Dinge brauchen wir wirklich? (photo @ Brooke Lark/unplash)

Nur die Lieblinge behalten: Mit den Gegenständen ist es wie mit Freunden: Nur die wirklich besonderen bleiben ein Leben lang.

Faustregel: Was in einem Jahr nicht genutzt oder getragen wurde, muss weg. Ausnahme: Gegenstände, die emotional wichtig sind, wie Omas Erbstück und der erste Liebesbrief.

Der Trick mit dem Klick: Eine gute Alternative für alte Souvenirs und Klimbim, das man zwar nicht behalten, aber in Erinnerung behalten möchte, ist, die Gegenstände in einem schön arrangierten Foto festzuhalten. Danach fällt das Trennen leichter.

Drastisch, aber hilfreich: In Schweden gibt es einen neuen Trend, das sogenannte „Death Cleaning“. Dabei versucht man seine Wohnung soweit auszumisten, dass die Familie so wenig Aufwand wie möglich hat, sollte man plötzlich verhindert sein.

Klarheit so weit das Auge reicht! Hilft auch klare Gedanken zu fassen. (photo @ Vadym Andrushchenko/Shutterstock)

Schritt 2: Richtig aussortieren!

2020 steht im Zeichen der Nachhaltigkeit, und dazu gehört Müllvermeidung und -entsorgung. Eine gute Orientierung geben die sogenannten 5 R’s der Nachhaltigkeit, die Bea Johnson definiert hat, die Mutter der Zero-Waste-Bewegung in Amerika. Die 5 R’s haben sich inzwischen in der digitalen Nachhaltigkeitsszene verselbstständigt und tauchen in vielen Variationen auf.

Die 5 R’s

1. Reduce (Reduzieren):

Nachdem alle Schränke, Kästen und Zimmer von unnötigen Sachen befreit sind, kommt der gesellige Teil:

Verkaufen: Für wertvolle oder sehr gut erhaltene Sachen lohnt sich schon mal der Gang auf den Flohmarkt. Hier eine Übersicht der Berliner Flohmärkte.

Wer das Haus nicht verlassen möchte (ist ja jetzt schön ordentlich…) kann seine Sachen auch auf Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt, ebay oder Shpock feilbieten.

Spenden: Alternativ können aussortierte Schätze natürlich auch an die Altkleidersammlung oder in gemeinnützigen Einrichtungen wie die Caritas gespendet werden. Eine nützliche Liste gibt’s hier.

2. Refuse (Ablehnen):

Klingt einfacher, als es ist: „Nein, danke!“ zu sagen fällt schwer. Sobald man es aber gelernt hat, fühlt man sich direkt besser. Ganz egal, ob es sich um Werbegeschenke oder die Tüte im Geschäft handelt, wer weniger nach Hause bringt, muss weniger aufräumen.  

3. Reuse (Wiederverwenden):

Nicht immer sexy, aber superwichtig. Egal wie schön das Neue glänzt: einfach mal verwenden, was man hat. Das schont die Umwelt und das Portemonnaie.

4. Repair (Reparieren):

Schont ebenso Umwelt und Portemonnaie und hält dazu noch den Kiez vielfältig und lebendig: kaputte und abegetragene Schuhe und Taschen zum Schuster um die Ecke bringen. Auch bei Fahrrädern, Elektrogeräten und Klamotten lohnt oft eine Reparatur!

5. Recyceln (Wiederverwerten):

Die letzte Instanz im Entsorgungsprozess bekommt eine eigene Rubrik, denn die richtige Entsorgung ist wichtig für die Umwelt und schont die Nerven der BSR. Wie, wo und was man in Berlin entsorgen kann, erfährt man hier.

Reparatur lohnt sich. Manchmal entstehen sogar völlig neue Looks. (photo @ santypan/Shutterstock)

Schritt 3: Ordnung halten!

Smart sortieren: Um die Übersicht zu bewahren, Kleidung so falten und ordnen, dass man alles auf einmal im Blick hat. Schubladen eignen sich sehr gut, um Klamotten zu kleinen Päckchen zu falten und aufrecht hintereinander zu stellen.

Alles auf Abruf: Jeder Gegenstand bekommt einen festen Platz in der Wohnung. Nachdem er genutzt wurde, kommt er auch direkt wieder dorthin zurück. Das vermeidet Chaos, Suchen und Großaktionen im Haushalt. (Falls trotzdem was fehlt, ist auch ein für alle Mal klar, dass der Hausgeist keine Einbildung war!).

Ruhe im Karton: Für kleine oder selten genutzte Gegenstände helfen hübsche Boxen. So spart man nicht nur Platz, sondern behält den Überblick und die Ordnung.

Ordnung und Struktur können Spaß machen und sparen Zeit. (photo @ mbildes/Shutterstock)

(Titel photo @ Floral Deko / Shutterstock)