Auftritt von Cloudy June beim Kiezkonzert
3. Juli 2020

Kiezkonzert:
Cloudy June am Spektegrünzug

Zu den Sommermonaten gehören auch die Gewobag-Kiezkonzerte. „Einfach mal rausschauen und gut unterhalten werden“, so das Motto der Konzerte, die seit Juni in verschiedenen Quartieren der Gewobag stattfinden.


KünstlerInnen, die selbst MieterInnen der Gewobag sind, treten für die AnwohnerInnen in Gewobag-Kiezen auf. Von der Schöneberger Bülowstraße oder der Adalbertstraße in Kreuzberg bis in den Spektegrünzug in Spandau finden dabei kleine Kiezkonzerte statt. Abwechslung und Unterhaltung wollen sie bieten in Zeiten, die coronabedingt auch kulturell sehr eingeschränkt sind.

In Spandau waren wir beim Konzert der erst 21-jährigen Singer-Songwriterin Cloudy June dabei. Am Eiserfelder Ring, zwischen Hochhäusern, rot gestrichenen Bänken, Basketball- und Spielplatz, fällt auf, wie grün das Quartier Spektegrünzug mit seinen hochgewachsenen Bäumen, Wiesen und Büschen ist. Ein Wohnheim für SeniorInnen hat hier seinen Platz mit Balkonen in Richtung Wiese.

Wohnquartier hinter grünen Bäumen.
Quartier Spektegrünzug in Berlin-Spandau.

Wie vor einem Auftritt auf einer Konzert- oder Clubbühne hat Cloudy June ihr Outfit ausgewählt, ihre Kreolen-Ohrringe leuchten in der Nachmittagssonne. Viel Equipment braucht sie nicht auf der Wiese beim Kiezkonzert: E-Gitarre, Verstärker, Box, Mikro und natürlich ihre Songs.

Die junge Sängerin, selbst Mieterin bei der Gewobag im Bülowkiez, war sofort dabei, als die Anfrage für die Kiezkonzerte kam. Hatte sie doch schon mit 17 Jahren ihren ersten öffentlichen Auftritt bei einem Kiez-Contest der Gewobag gehabt, wo sie den zweiten Preis gewann und wusste: Ja, das will ich weitermachen. In ihren selbst geschrieben Songs verarbeitet sie Gefühle und Probleme. „Es ist als würde man zu jemanden gehen, um sich auszusprechen. Danach geht es einem wieder besser“,  beschreibt Cloudy June ihre Art Songs zu schreiben. Sie findet, dass in Zeiten von Corona, wo die Leute nicht wie sonst raus können und in der Stadt kaum Kultur stattfindet, ein kleines Konzert auf der Wiese oder im Innenhof die perfekte Lösung ist.

Zuschauer des Kiezkonzerts auf dem Balkon.
Anwohner des Wohnheims für SeniorInnen auf dem Balkon während des Kiezkonzerts.

Die Gäste beim Kiezkonzert sind begeistert

Kaum hat Cloudy June angefangen, ihren ersten Song „Speed of Life“ zu singen, kommen auch schon Kinder vom Spielplatz angerannt. Ein Kind ruft: „Oma, komm mal her, hier passiert was.“

Teenies auf E-Rollern fahren vorbei und filmen mit ihren Handys. Mütter und Töchter, mit ähnlichen Turnschuhen und Pferdeschwänzen, bleiben stehen und hören zu.

„Bravo“ wird vom Balkon des Wohnheims für SeniorInnen gerufen, Vorbeilaufende setzen sich auf die Wiese.

„Du singst wie Alanis Morissette“ ruft ein am Zaun lehnendes Paar am Ende des Konzertes. Zwei Jugendliche fragen: „Kannst du jetzt jeden Freitag kommen?“

Was das Besondere an so einem Konzert ist, fragen wir Cloudy June nach ihrem Auftritt. Sie meint: „Wenn du für ein kleines Publikum spielst, verbindest du dich viel mehr mit den einzelnen Personen. Es ist total spannend zu sehen, wie die Leute auf die Songs reagieren. Wenn du auf einer richtigen Bühne stehst, hast du die Schweinwerfer im Gesicht und du siehst nur die ersten paar Leute. Das ist es aber auch, was einen voll nervös machen kann, wenn es ein kleiner Kreis wie hier ist.“

Und natürlich wollen wir bei einem Kiezkonzert von ihr wissen, was gute Nachbarschaft für sie persönlich bedeutet. Die Antwort von Cloudy June ist treffend und kurz: „Ich kann das in drei Worten zusammenfassen: Rührgerät ausleihen dürfen! Wenn man sich das Küchengerät ausleihen darf, dann weiß man, dass es gut läuft.“

Cloudy June spielt auf ihrer Gitarre und singt beim Kiezkonzert.
Cloudy June beim Kiezkonzert im Quartier Spektegrünzug in Berlin-Spandau, welches von der Gewobag in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement und Kiezpaten organisiert wurde.

 


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