Die fertigen Pflanzen aus Gemüsesamen.
12. Mai 2022

Pflanzen aus Gemüsesamen ziehen – so geht’s

Wer möchte nicht einen ständig nachwachsenden Vorrat an Gemüse haben? Wer beim nächsten Supermarkteinkauf darauf achtet, samenfeste Gemüsesorten zu erwerben, kann daraus ganz einfach Saatgut gewinnen und die Pflanzen nachzüchten. Wir zeigen, wie es gelingt.


Gemüse, wie Paprika, Tomaten und Gurke, liegt auf einem Tisch.

Samenfest – was genau bedeutet das eigentlich?

Unter einer sogenannten samenfesten Sorte versteht man eine Varietät, die immer wieder denselben Pflanzentyp mit den gleichen Eigenschaften entstehen lässt, unabhängig davon, wie oft man Saatgut gewinnt und wieder aussät. Im Gegensatz dazu existieren sogenannte Hybrid-Sorten. Hier werden zwei ursprünglich samenfeste Sorten gekreuzt, um einmalig eine leistungsstarke Variante hervorzubringen. Wenn von dieser allerdings Samen ausgesät werden, entstehen ganz unterschiedliche und uneinheitliche Pflanzensorten. Es ist nicht vorherzusagen, was die sogenannte zweite Generation hervorbringt. Um eine Hybridsorte zu produzieren, muss der Vorgang der Kreuzung bei der Elterngeneration immer wieder neu stattfinden.

Aus samenfesten Gemüsesorten lässt sich einfach und schnell neues Saatgut gewinnen. Auf dem Foto werden die Samen einer Paprika entfernt.

Augen auf beim Gemüsekauf

Schon beim Einkauf sollte auf samenfeste Sorten geachtet werden. Im Bioladen findet sich gekennzeichnetes Gemüse im Regal, und auf Saatguttütchen ist es ebenfalls vermerkt. Die Kerne von Paprika, Tomaten und Co. lassen sich ganz einfach aus dem Fruchtkörper entnehmen, in einem Sieb waschen und anschließend an der Luft trocknen. Bei Kräutern muss die Blüte vollständig abgeschlossen sein. Die Samen fallen von selbst ab, wenn sie ausgereift sind. Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, lässt sich das so gewonnene Saatgut in Papiertütchen einige Wochen bis Monate aufbewahren.

Die Jungpflanzen aus Gemüsesamen.

Aussaat auf der Fensterbank

Um das selbst gewonnene Saatgut zum Wachsen zu bringen, legt man je nach Pflanze ein bis drei Samenkörner in ein kleines Pflanzgefäß. Gut geeignet sind kompostierbare Töpfchen. Denn diese können später einfach mit in einen größeren Topf oder in die Gartenerde gesetzt werden. Reichhaltige Anzuchterde sorgt für optimale Startbedingungen. Aus etwas Mutterboden und Kompost lässt sich die auch leicht selbst herstellen. Ein heller Standort und regelmäßiges Gießen erledigen den Rest. Aber Achtung: weder verbrennen lassen noch überwässern!

Aus dem selbstgewonnen Saatgut lassen sich im Grühjahr dann wieder neue Jungpflanzen ziehen, die schon bald zu großen Gemüsepflanzen heranwachsen.

Selbst gezogenes Gemüse – leckere Quelle für eigenes Saatgut

Einmal das gewünschte Gemüse oder eben ein Tütchen samenfestes Saatgut kaufen – und man kann gewissermaßen unbegrenzt auf dem heimischen Balkon Gemüse züchten. Das ist wahre Nachhaltigkeit.

Fotos © Lisa Ahrens


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