Frau Nowak Janshen steht mit einem IPad in der Hand vor einem Wohnhaus
12. Mai 2022

Erste Hilfe von der Gewobag: Sozialberatung für Mieterinnen und Mieter

Hausbesuche stehen bei Sozialberaterin Renate Nowak-Janshen auf der Tagesordnung. Wenn es Probleme in den Mietwohnungen gibt, macht die Gewobag-Mitarbeiterin sich ein Bild und vermittelt Hilfe.


Ein Portrait von Renate Nowak-Janshen von der Sozialberatung
Renate Nowak-Janshen von der Fachstelle für Sozialberatung bei der Gewobag.

Auf das Kopfsteinpflaster prasseln die Regentropfen, der Wind fegt durch einen großen Hinterhof im Schöneberger Norden. Das Wetter ist an diesem Tag nicht gerade einladend. Renate Nowak-Janshen von der Fachstelle für Sozialberatung steht im überdachten Hauseingang und geht auf dem Tablet noch mal konzentriert ihre Unterlagen durch. Heute ist die studierte Sozialarbeiterin unterwegs zu einem Hausbesuch. Denn wenn es Probleme in den Wohnungen gibt, schaut sie bei den MieterInnen vorbei.

Die Gründe dafür sind dabei recht unterschiedlich. „Die KundenberaterInnen informieren mich über Auffälligkeiten, die sie aufgrund von Beschwerden von NachbarInnen oder Hinweisen von Firmen, Hauswarten oder Dienstleistern erfahren haben. Es ist laut, riecht oder DienstleisterInnen können ihre Arbeit in der Mietwohnung nicht durchführen“, erzählt Renate Nowak-Janshen.

Ihre Aufgabe ist es dann, das Gespräch zu suchen, Lösungsstrategien zu entwickeln und, wenn nötig, Hilfe zu organisieren. „Da gibt es zum Beispiel eine ältere Dame, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, die Wohnung zu reinigen. Entsprechend kommt es zur Geruchsbelästigung. In solchen Fällen kann es ausreichend sein, dass eine Putzhilfe eingesetzt wird.“ Oft hat die Sozialarbeiterin es mit psychisch kranken Menschen zu tun, die aufgrund ihres Verhaltens zur Belastung für ihre NachbarInnen werden. „In diesen Fällen arbeite ich mit den Sozialpsychiatrischen Diensten zusammen. In Einzelfällen rege ich eine Betreuung an.“

Renate Nowak Janshen von der Sozialberatung der Gewobag läuft durch einen Häuserblock.
Im Durchschnitt ist Renate Nowak-Janshen viermal in der Woche auf Hausbesuch bei MieterInnen.

Teils verwahrloste Wohnungen

Eine Fußmatte, auf der "Willkommen" steht.
Nicht immer ist die Sozialarbeiterin willkommen bei ihren Terminen.

Im Schnitt ist die Kollegin viermal die Woche unterwegs, um Hausbesuche durchzuführen. „Man weiß eigentlich nie, was einen in den Wohnungen erwartet“, sagt sie. Im Hausflur zieht sie blaue Überziehschuhe aus Plastik an. Einerseits, um die Böden in den Mietwohnungen zu schonen, aber auch zum eigenen Schutz, wie sie offen zugibt. Denn auch vermüllte oder verwahrloste Wohnungen betritt sie. Renate Nowak-Janshen arbeitet eng mit den KundenberaterInnen zusammen, der erste Hausbesuch wird in der Regel gemeinsam durchgeführt. „In unserem Beruf ist es mit das Wichtigste, Kontakt und Vertrauen zu den MieterInnen herzustellen. Erst wenn wir das schaffen, können wir gemeinsam tragfähige Lösungen erarbeiten.“

Engagement und Eigeninitiative

Ziel ist es, mietrechtliche Schritte zu vermeiden, allerdings gelingt das nicht in jedem Fall. Die Stelle gibt es seit 2021. „Im Zuge von Umstrukturierungen habe ich den Vorschlag für diese Stelle eingebracht und mich damit gleichzeitig beworben. Mit KollegInnen aus dem Bestandsmanagement, der Quartiersentwicklung sowie dem Forderungsmanagement wurde ein Konzept zu den Arbeitsinhalten erarbeitet. Neben den bereits geschilderten Fällen, die zu den Verweis- und Vermittlungsfällen zählen, führe ich auch mit den KundenberaterInnen moderierte Schlichtungsgespräche bei Nachbarschaftsstreitigkeiten durch.“

Die Sozialarbeiterin ist bereits seit über 20 Jahren im Unternehmen. 1999 startete Renate Nowak-Janshen als Kiezkoordinatorin, später wechselte sie in die Modernisierungsberatung. Herausforderungen im Umgang mit BewohnerInnen sind ihr deswegen vertraut. Wenn es Probleme gibt, versucht sie eine Lösung zu finden, die der Mieterschaft und dem Unternehmen hilft. Durch ihre bisherigen Stationen bestehen gute Kontakte zu Ämtern, Beratungsstellen oder anderen Einrichtungen.

„Es kommt vor“, erzählt sie im Treppenhaus, „dass man die MieterInnen trotz Ankündigung nicht zu Hause antrifft oder sie scheuen das Gespräch aus Scham oder Angst.“ Dann wirft sie ihre Visitenkarte in den Briefkasten und hofft auf Rückmeldung. Wenn die nicht kommt, geht die Kollegin auch unangemeldet vorbei. Der Mieter, mit dem sie heute verabredet war, hat die Tür für sie aufgemacht. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Lösung.

Fotos © Nikolaus Brade


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