Welten verbinden und helfen

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Das Sozialunternehmen vostel.de vermittelt Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, an soziale Organisationen – und zwar so, dass es für beide Seiten passt. Wie das genau abläuft, haben wir hier aufgeschrieben.


Der Wille zu helfen ist da, aber… Genau dieses „aber“, dieses kurze Zögern, reicht manchmal schon aus, um sich am Ende doch nicht zur engagieren. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die einen davon abhalten: Mal ist unklar, wie das ehrenamtliche Engagement genau ablaufen soll, mal wie lange es insgesamt dauert oder auch ob man sich „nur“ kurzfristig engagieren kann. Und einfach so vorbeigehen, zur Bahnhofsmission, zum Roten Kreuz oder der Obdachlosenhilfe, ist sicherlich auch nicht so eine optimale Idee.

„Genau hier setzten wir an: Wir informieren potentielle Freiwillige, holen sie dort ab, wo sie geradestehen und klären sie auf“, erklärt Stephanie Frost. Sie ist eine der Geschäftsführerinnen von vostel.de, einem Berliner Sozialunternehmen, das sich zur Aufgabe gemacht hat, zu helfen: Und zwar den Menschen, die sich freiwillig für eine bessere und nachhaltigere Zukunft einsetzen wollen.

Die Gründerinnen Hanna Lutz und Stephanie Frost. Sie wollen Engagement einfacher machen.
Die vostel.de Gründerinnen Hanna Lutz (l.) und Stephanie Frost.

Engagement findet sich für jeden

 „Ob kurzfristige Einsätze im Tierheim oder langfristige Patenschaften für ein geflüchtetes Kind, ein Engagement-Angebot, passend zum persönlichen Interesse, findet sich auf der Seite vostel.de immer“, so Gründerin Frost.

„Ein sehr wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Akquise“, erzählt Frost weiter. Die MitarbeiterInnen bei vostel.de seien ständig am Telefon, stellen den Kontakt zu sozialen Organisationen her und halten diesen. Dann listen sie auf, was in den Organisationen gerade gebraucht werde. Das ist manchmal saisonal bedingt. Beispielsweise hat die Berliner Tafel rund um die Grüne Woche viel Bedarf an HelferInnen, die an den Ständen Essbares einsammeln oder die Obdachlosenhilfe, die insbesondere im Winter mehr HelferInnen braucht. Alles auf vostel.de ist bedarfsorientiert und verständlich für mögliche Freiwillige aufgelistet: Was sind die genauen Aufgaben? Was sind die Voraussetzungen, die man als Freiwillige mitbringen sollte? Braucht man Deutschkenntnisse oder nicht? All dies wird in einer Sprache kommuniziert, die jeder verstehen kann.

Das Team von vostel.de sitzt auf einer Tischtennisplatte Modell.
Das Team des Berliner Sozialunternehmen vostel.de, das seit 2015 für über 12.000 Freiwillige in 535 sozialen Organisationen Engagements finden konnte.

Auch Firmen wollen sich gesellschaftlich engagieren

„Wir machen das nicht nur für Einzelpersonen, die sich engagieren wollen, sondern auch für Firmen“, sagt Frost und weiter: „für immer mehr Unternehmen ist gesellschaftliches Engagement ein wichtiges Thema geworden. Und wir helfen diesen Firmen, dies auch umzusetzen. Davon profitieren alle.“

Finanzieren kann sich vostel.de darüber, dass Unternehmen unterschiedliche Pakete buchen. Das können einzelne Events sein, sogenannte „Social Days“, die vostel.de als kurzfristige Projekte in Absprache mit sozialen Organisation vermittelt und organisiert. Oder aber auch langfristige Varianten, bei der ein Unternehmen über ein ganzes Jahr lang mit passenden Angeboten und Ideen versorgt wird. Wichtig ist: Für alle Seiten muss es passen!

Was vostel.de außerdem macht: Eine Sprache finden, die beiden Welten verstehen, sowohl die Welt der sozialen Organisationen als auch die Welt der Firmen.

Frost sieht sich mit vostel.de auch als Vermittlerin zwischen den sozialen Organisationen und den Firmen. Und das Konzept ist aufgegangen: Mittlerweile trägt sich vostel.de selbst – und es gibt immer mehr zu tun. Denn dieses Konzept spricht vor allen Dingen junge Menschen an, die im Zeitalter des Internet groß geworden sind.

Photos © vostel volunteering UG I Photo Infobox © City-Press