Spielerisch die Umgebung erforschen:

23. Februar 2021

Das kostenlose Kartenset „Unentdeckte Ecken“ bietet Kindern Abwechslung, öffnet die Augen für Kunst und sensibilisiert für die kleinen Dinge des Alltags.

Anders als viele Erwachsene gehen Kinder zumeist unvoreingenommen auf Kunstwerke zu. Die Projektreihe „KIEZ MEETS MUSEUM“ ist eine Kooperation zwischen der Stiftung Berliner Leben und der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof. Seit 2017 ermöglicht sie Kindern aus Gewobag-Quartieren, die sonst wenig Berührung mit dem kulturellen Leben in Berlin haben, einen spielerischen Umgang mit zeitgenössischer Kunst. 

Im Rahmen dieser Workshops haben SchülerInnen der Gustav-Meyer-Grundschule in Kreuzberg, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“, das Kartenset „Unentdeckte Ecken“ entwickelt und gestaltet. Mit Hilfe der Kunstvermittlerin Heike Bollig und der Grafikerin Mirjam Dumont ist ein buntes, fantasievolles Spiel entstanden, das für alle Altersklassen Spaß und Freude bringt und dabei bisher Unbekanntes im öffentlichen Raum aufspürt.

Anfangs erforschten die Kinder dafür Kunstwerke im Museum selbst. Später betrachteten sie auch alltägliche Orte rund um ihre Schule wie Hauseingänge oder Hausflure. Impulse erhielten sie durch Anweisungen sogenannter Ereigniskarten, die nach Gefühlen, Materialien oder Geräuschen dieser sogenannten Ecken fragen. Dabei können unentdeckte Ecke vielfältig sein: Ein Ort, der den Kindern bisher nicht aufgefallen ist, ein Kunstwerk, das man bisher nicht kannte, ein Ding, das man täglich sieht, dem man jedoch wenig Aufmerksamkeit schenkt. Hier sind Achtsamkeit und genaues Hinschauen gefragt.

Die bis zu 15 Jahre alten SchülerInnen, die zum Teil nicht nur geistig, sondern auch körperlich beeinträchtigt sind, haben mit den Karten gespielt, vieles ausprobiert und weiterentwickelt. Sie beschrieben ihre Entdeckungen mit Hilfe verschiedener Kunsttechniken wie Zeichnungen, Installationen oder Frottage, nutzten aber auch Körperbewegungen.

Dr. Anne Schmedding, Leiterin der Stiftungsprojekte der Berliner Leben sieht viel Potential in dem Kartenset: „Gerade in Zeiten der Pandemie benötigen Kinder Abwechslung, die sie spielerisch und geistig fordert. Nicht alles, was Kinder entdecken, kann sofort in Worte gefasst werden. Hier setzt das Kartenset an. Gefühle und Eindrücke können in unterschiedlichen Aktionen, Posen, Malereien oder Körperbewegungen ausgedrückt werden.“

„Die Phantasie und die Begeisterungsfähigkeit der Kinder waren sehr berührend“, sagt Heike Bollig, Kunstvermittlerin des Projekts.

Das Kartenset eignet sich für Gruppen, Kindergärten, Schulklassen, aber auch für Familien, die gemeinsam Spielen und Entdecken möchten. Es ist kostenlos bestellbar unter: [email protected] mit dem Betreff „Bestellung Kartenset Unentdeckte Ecken“.

Unentdeckte Ecken: Kinder beim Basteln
SchülerInnen der Gustav-Meyer-Grundschule in Kreuzberg gestalten ihr individuelles Kunstwerk (Foto: Anika Büssemeier)

Über die Stiftung Berliner Leben

Die Stiftung Berliner Leben in Berlin wurde im Jahr 2013 von der Gewobag AG gegründet. Die Stiftung fördert Kunst und kulturelle Bildung, unterstützt die Jugend- und Altenhilfe sowie den Sport in den Berliner Quartieren. Ziel der Projekte ist es, Kinder und Jugendliche in ihrem persönlichen und beruflichen Werdegang zu unterstützen und ihnen demokratische Werte zu vermitteln. Mit ihren Projekten fördert die Stiftung stabile Nachbarschaften, den sozialen Ausgleich und die Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Denn im Mittelpunkt aller Projekte steht ein mittel- bis langfristiger Nutzen für die Menschen in den Quartieren Berlins. Die Stiftung will dazu beitragen, dass sich mehr BewohnerInnen für das Gemeinwesen einsetzen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Sie entwickelt ihre Programme und Projekte in enger und langfristiger Kooperation mit starken lokalen Partnern.

Weitere Informationen unter: www.stiftung-berliner-leben.de