17. Januar 2019

Gedenkwand für die Opfer des Nationalsozialismus

Ein neues „One Wall“-Projekt wirft einen Blick in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.


Die Museumsdirektorin Yasha Young und der Künstler Nils Westergard haben gemeinsam für das URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART ein neues „One Wall“-Konzept erarbeitet. Dank der Hilfe des Projektes „Faces of Auschwitz“ haben sie Berichte gefunden, die – als Kunstwerke umgesetzt – mahnen und erinnern sollen.

Die erste Edition der Gedenkwand in der Bülowstraße 94 zeigt Walter Degen. Der ehemalige Schlosser wurde im Alter von 32 Jahren wegen seiner Homosexualität und als deutscher politischer Gefangener deportiert und am 29. August 1941 im Konzentrationslager Auschwitz registriert. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern galten in der Nazizeit gemäß §175 des Strafgesetzbuches als Verbrechen, als „Gefährdung von Moral und Reinheit der deutschen Rasse“. Die Verurteilten wurden als „asoziale Parasiten“ marginalisiert und mit dem Rosa Winkel gekennzeichnet. Im Mai 1942 wurde Walter Degen in das Konzentrationslager Mauthausen überführt. Es ist nicht bekannt, ob er überlebt hat.

Nils Westergard hat diese bewegende Geschichte nun auf beeindruckende Art festgehalten. Der Blick oder vielmehr das Auge des Walter-Degen-Portraits erfasst seine Betrachter aus jeder Perspektive. Ebenso eindringlich ist auch das abgebildete Tor des Konzentrationslagers Auschwitz, das Westergard zu seiner Komposition ergänzte. Emotionsgeladen und mit geballt er Wucht kommt diese Wand nun daher. Interessierte sind eingeladen, sich einen Moment Zeit zu nehmen und diese Gedenkwand auf sich wirken zu lassen. Das initiale Kunstwerk stammt von Mademoiselle Maurice, die im Sommer 2017 erstmals diese Gedenkwand in ihrem ganz eigenen Stil, aber der Leitidee folgend, gestaltete. Sie legte mit den über 200 Oigami-Vögeln aus Metall, die in ihrer Mitte ein Dreieck formen, den Grundstein für diese Gedenkwand.

Über Nils Westergard
Nils Westergard ist ein belgisch-amerikanischer Streetartist und Filmemacher aus Richmond, Virginia. Begonnen hat er im Teenager-Alter mit Stencils sowie Graffiti. In den Folgejahren entwickelte er daraus einen einzigartigen Stil, mit dem er Murals auf der ganzen Welt schuf. Seine Arbeiten untersuchen Themen wie Intimität, Stärke und Verletzlichkeit. Das Portrait des Auschwitz-Häftlings Walter Degen hat Westergard als Freihand-Arbeit angefertigt.

Über „The UNforgotten“
Die Wand des Gebäudes in der Bülowstraße 94 folgt einer ganz besonderen Leitidee: Sie ist eine Gedenkwand für die Opfer des Naziregimes, die wegen ihrer Homosexualität verfolgt, verschleppt, inhaftiert und ermordet wurden. Diese Gedenkwand in dem LGBTQI-geprägten Kiez in Berlin-Schöneberg wird sich im Laufe der Zeit immer wieder transformieren und so mahnen und erinnern. Verschiedene internationale KünstlerInnen werden dort künftig ihre Handschrift hinterlassen. Die Verbindung von Kunst und politscher Aktion im öffentlichen Raum – auch „Artivismus“ genannt – greift dieses historisch relevante Thema auf, um eine kollektive Erinnerung zu schaffen.

Über die Projektreihe „One Wall“
Unter dem Motto „One Wall – eine Wand, eine Botschaft“ gestalten international bekannte und aufstrebende KünstlerInnen die Fassade eines Gebäudes an öffentlichen Plätzen in Berlin. Initiiert werden „One Walls“ vom URBAN NATION MUSEUM, das unter der künstlerischen Leitung von Yasha Young regelmäßig Größen der nationalen und internationalen Street-Art-Szene nach Berlin einlädt. So wird das Gesicht der Stadt durch urbane Kunst nachhaltig verändert. Jede „One Wall“ vermittelt eine künstlerische Position: Die KünstlerInnen setzen sich mit der Umgebung auseinander und gestalten daraufhin ein individuelles Werk. 27 One Walls international bekannter KünstlerInnen
wie Onur & Wes21 (Schweiz), Don John (Dänemark), Shepard Fairey (USA), HERAKUT
(Deutschland), Phlegm (Großbritannien), Li Hill (Kanada) und Pixel Pancho (Italien) sind bereits entstanden.

Weitere Infos zu „Faces of Auschwitz“ gibt es unter: https://facesofauschwitz.com/

Bei Interesse an Interviews mit der Museumsdirektorin Yasha Young melden Sie sich bitte unter pr@nullurban-nation.com. Bildmaterialien sind honorarfrei unter https://urban-nation.com/press/ verfügbar.
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Ansprechpartnerin:
Nancy Henze
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +49 173 1416030
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E-Mail: n.henze@nullurban-nation.com

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