Denkmalgerechte Instandsetzung Scharoun-Hochhaus
Das Objekt befindet sich in der Rollberge-Siedlung am Zabel-Krüger-Damm 50-52 in Berlin. Das 20-geschossige Wohnhochhaus wurde zwischen 1969 und 1971 vom Star-Architekten Hans Scharoun erbaut und steht unter Denkmalschutz. Die MieterInnen seines Wohnhochhauses, das heute zum Bestand der Gewobag zählt, sollten den Ausblick nicht nur von ihren Fenstern und Balkonen erleben können, sondern auch auf dem Weg zwischen Fahrstuhl und Wohnungstüren. Um dies zu ermöglichen, führen offene Laubengänge von den beiden Treppenhäusern zu den insgesamt 16 Wohnungen auf jeder Etage.
Projektsteckbrief
| Quartier/Adresse | Zabel-Krüger-Damm 50-52, 13469 Berlin |
| Baujahr | 1970 |
| Anzahl Wohneinheiten | 283 |
| Wohnfläche gesamt | 20.978 m² |
| Anzahl Gewerbeeinheiten | 5 |
| Gewerbefläche Gesamt | 607 m² |
| Baustart | 2023 |
| Fertigstellung | 2025 |
| Maßnahmen | Demontage und Abbruch: Entfernen von Fliesen, Estrich, Abdichtungen und Anschlüssen an Fassade und Attika; Geländer und deren Verankerungen werden abgebaut. Betonuntergrundvorbereitung: Vollständiges Entfernen von Spachtelungen, Farbschichten und beschädigtem Beton bis zur stabilen Betonstruktur. Bewehrungsentsorgung: Freigelegte Bewehrung wird bis zum Reinheitsgrad Sa 2 1/2 entrostet und mit mineralischem Korrosionsschutz behandelt. Untergrundreinigung und -vorbereitung: Nach Aushärten des Korrosionsschutzes erfolgt eine Druckwasserreinigung; vor dem PCC-Mörtelauftrag wird der Untergrund gründlich vorgenässt. Reparatur von Fehlstellen: Zementhaftbrücke auf aufbereitete Stellen auftragen, gefolgt von PCC-Betonersatzmörtel. Oberflächenschutz: Schutzsystem OS 4 wird aufgetragen, um eine erhöhte Dichtheit der Betonflächen zu gewährleisten. Entwässerung und Estricherneuerung: Verbesserung der Entwässerung, Anpassung der Estrichbeläge für bessere Gefällesituationen. Abdichtung: PMMA-basierte Abdichtung der Böden inklusive fachgerechter Anschlüsse an Bauteile. Geländerbearbeitung: Schlosser- und Malerarbeiten an den Laubenganggeländern. Fassadeninstandsetzung: Instandsetzung der rückseitigen Fassaden der Laubengänge |
| Besonderheiten | Sanierung in bewohnten Zustand, Denkmalschutz, Architekt Hans Scharoun |
Projektbeschreibung
Die Grundrisse der Wohnungen sind individuell. Flure, Küchen und Bäder liegen auf der Seite der Laubengänge, die überwiegend schiefwinklig geschnittenen hellen Zimmer an der Außenfassade, mit fantastischem Ausblick und Balkon. Wobei sich alle Balkone aus der Fassade herauszudrehen scheinen, der Sonne entgegen und zugleich durch Sichtblenden vor den Blicken der NachbarInnen geschützt.
Der Architekt wollte möglichst viel Luftigkeit und Wohnqualität für jede der 283 Wohnungen (ein bis dreieinhalb Zimmer) herausholen, das erklärt den originellen Hausgrundriss, der sich aus vier gekrümmten, miteinander verbundenen Hochhausscheiben zusammensetzt.
Bei der Untersuchung der Bausubstanz wurden mehrere Probleme festgestellt: Feuchtigkeit konnte in tiefere Konstruktionsebenen eindringen, da die Abdichtungsschichten beeinträchtigt waren. Niederschlagswasser verblieb auf der Abdichtungsebene, da diese unter dem Estrich und den Fliesen lag. Die Entwässerungseinläufe in den Laubengängen waren nicht korrekt an die Abdichtung angeschlossen. Ähnliche Mängel wurden an Bauteilanschlüssen und Fugen festgestellt, was langfristig zu erheblichen Bauschäden führte.
Die Instandsetzung der Laubengänge umfasst mehrere Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Funktionalität und Beständigkeit. Zunächst werden Fliesen, Estrich und Abdichtungen entfernt. Der Beton wird anschließend gereinigt und saniert, wobei Schäden behoben, der Stahl entrostet und Korrosionsschutz sowie spezieller Mörtel aufgetragen werden. Danach werden die Entwässerungssysteme und der Estrich erneuert, gefolgt von einer Abdichtung. Nach der Sanierung der Kragplatten und Attiken wird ein Gefälleestrich mit Kunststoffabdichtung eingebaut, wodurch die gesamte Konstruktion trocken bleibt. Diese Abdichtung umfasst alle Anschlüsse und Fugen, einschließlich Türen, Entwässerungseinläufe und Leitungen, sowie die Verankerungspunkte der Geländer. Abschließend werden die Geländer instandgesetzt und die Fassade hinter den Laubengängen saniert. Diese Maßnahmen gewährleisten die langfristige Nutzung der Laubengänge.
