Ansicht eines mehrstöckigen Wohngebäudes mit grauen Fassaden und Balkonen. Der Himmel ist bewölkt, und im Hintergrund sind Bäume und Häuser zu sehen.Mehrstöckiges Wohngebäude mit modernen grauen Fassaden und Balkonen, die in einem abgestuften Muster angeordnet sind. Der Himmel ist bewölkt.

Zabel-Krüger-Damm 50-52

Denkmalgerechte Instandsetzung Scharoun-Hochhaus

Das Objekt befindet sich in der Rollberge-Siedlung am Zabel-Krüger-Damm 50-52 in Berlin. Das 20-geschossige Wohnhochhaus wurde zwischen 1969 und 1971 vom Star-Architekten Hans Scharoun erbaut und steht unter Denkmalschutz. Die MieterInnen seines Wohnhochhauses, das heute zum Bestand der Gewobag zählt, sollten den Ausblick nicht nur von ihren Fenstern und Balkonen erleben können, sondern auch auf dem Weg zwischen Fahrstuhl und Wohnungstüren. Um dies zu ermöglichen, führen offene Laubengänge von den beiden Treppenhäusern zu den insgesamt 16 Wohnungen auf jeder Etage.

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  • Hohes Wohngebäude mit grauer Fassade und zahlreichen Balkonen, die in einem abgestuften Design angeordnet sind. Der Himmel ist teils bewölkt. Im Vordergrund sind Bäume zu sehen.
    Reinickendorfer Riese: das Scharoun-Hochhaus. Foto: Britta Leuermann
  • Ansicht eines mehrstöckigen Wohngebäudes mit grauen Fassaden und Balkonen. Der Himmel ist bewölkt, und im Hintergrund sind Bäume und Häuser zu sehen.
    Die Fassade des Scharoun-Hochhauses mit Laubengängen und Balkonen. Foto: Britta Leuermann
  • Blick auf ein hohes Wohngebäude mit grauer Fassade und zahlreichen Balkonen. Im Vordergrund sind Bäume zu sehen, und der Himmel ist bewölkt.
    Das Scharoun-Hochhaus mit seinen markanten Laubengängen und Balkonen. Foto: Britta Leuermann
  • Blick durch ein rundes Fenster mit blauem Rand auf eine städtische Landschaft mit Wohngebäuden, Bäumen und bewölktem Himmel im Hintergrund.
    Blick durch ein Bullaugenfenster im 16. Stock des Scharoun-Hochhauses. Foto: Britta Leuermann
  • Ein hohes Wohngebäude mit grauer Fassade und mehreren Balkonen. Im Vordergrund stehen Bäume, und der Himmel ist teilweise bewölkt.
    Je nach Standort der BetrachterInnen verändert das Scharoun-Hochhaus sein Gesicht. Foto: Britta Leuermann

Projektsteckbrief

Quartier/AdresseZabel-Krüger-Damm 50-52, 13469 Berlin
Baujahr1970
Anzahl Wohneinheiten283
Wohnfläche gesamt20.978 m²
Anzahl Gewerbeeinheiten5
Gewerbefläche Gesamt607 m²
Baustart2023
Fertigstellung2025
MaßnahmenDemontage und Abbruch:
Entfernen von Fliesen, Estrich, Abdichtungen und Anschlüssen an Fassade und Attika; Geländer und deren Verankerungen werden abgebaut.

Betonuntergrundvorbereitung:
Vollständiges Entfernen von Spachtelungen, Farbschichten und beschädigtem Beton bis zur stabilen Betonstruktur.

Bewehrungsentsorgung:
Freigelegte Bewehrung wird bis zum Reinheitsgrad Sa 2 1/2 entrostet und mit mineralischem Korrosionsschutz behandelt.

Untergrundreinigung und -vorbereitung:
Nach Aushärten des Korrosionsschutzes erfolgt eine Druckwasserreinigung; vor dem PCC-Mörtelauftrag wird der Untergrund gründlich vorgenässt.

Reparatur von Fehlstellen:
Zementhaftbrücke auf aufbereitete Stellen auftragen, gefolgt von PCC-Betonersatzmörtel.

Oberflächenschutz:
Schutzsystem OS 4 wird aufgetragen, um eine erhöhte Dichtheit der Betonflächen zu gewährleisten.

Entwässerung und Estricherneuerung:
Verbesserung der Entwässerung, Anpassung der Estrichbeläge für bessere Gefällesituationen.

Abdichtung:
PMMA-basierte Abdichtung der Böden inklusive fachgerechter Anschlüsse an Bauteile.

Geländerbearbeitung:
Schlosser- und Malerarbeiten an den Laubenganggeländern.

Fassadeninstandsetzung:
Instandsetzung der rückseitigen Fassaden der Laubengänge
BesonderheitenSanierung in bewohnten Zustand, Denkmalschutz, Architekt Hans Scharoun

Projektbeschreibung

Die Grundrisse der Wohnungen sind individuell. Flure, Küchen und Bäder liegen auf der Seite der Laubengänge, die überwiegend schiefwinklig geschnittenen hellen Zimmer an der Außenfassade, mit fantastischem Ausblick und Balkon. Wobei sich alle Balkone aus der Fassade herauszudrehen scheinen, der Sonne entgegen und zugleich durch Sichtblenden vor den Blicken der NachbarInnen geschützt.

Der Architekt wollte möglichst viel Luftigkeit und Wohnqualität für jede der 283 Wohnungen (ein bis dreieinhalb Zimmer) herausholen, das erklärt den originellen Hausgrundriss, der sich aus vier gekrümmten, miteinander verbundenen Hochhausscheiben zusammensetzt.

Bei der Untersuchung der Bausubstanz wurden mehrere Probleme festgestellt: Feuchtigkeit konnte in tiefere Konstruktionsebenen eindringen, da die Abdichtungsschichten beeinträchtigt waren. Niederschlagswasser verblieb auf der Abdichtungsebene, da diese unter dem Estrich und den Fliesen lag. Die Entwässerungseinläufe in den Laubengängen waren nicht korrekt an die Abdichtung angeschlossen. Ähnliche Mängel wurden an Bauteilanschlüssen und Fugen festgestellt, was langfristig zu erheblichen Bauschäden führte.

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  • Ein Außenbereich eines Wohnkomplexes mit hellen Wänden und Geländern. Im Vordergrund sind Laubengänge zu sehen, und an einer Wand steht ein Fahrrad. Die Fassade rechts ist dunkel und modern gestaltet.
    Außenansicht eines Laubenganges. Foto: Britta Leuermann
  • Ein Laubengang mit beige gefliesten Bodenfliesen und einer Eingangstür. Es gibt ein Geländer aus Metall und eine große weiße Säule. Im Hintergrund ist eine städtische Aussicht mit Bäumen und Gebäuden zu sehen unter einem bewölkten Himmel.
    Vorher: Ein noch unsanierter Laubengang. Foto: Britta Leuermann
  • Ein Balkon mit verwittertem Boden und beigem Geländer. Links sind Fenster mit gelben Rahmen zu sehen. Auf der rechten Seite befindet sich ein Baugerüst, durch das der Blick auf einen bewölkten Himmel und Teile der umliegenden Stadt frei ist.
    Ein eingerüsteter Laubengang während der Sanierungsarbeiten. Foto: Britta Leuermann
  • Nahaufnahme eines Betonbodens mit einem runden Loch.
    Blick durch die Etagen: die Bohrlöcher für die Entwässerung, die auf den einzelnen Laubengängen zu finden sind. Foto: Britta Leuermann
  • Blick nach oben auf ein hohes Gebäude, das in Renovierung ist. Es ist mit einem Baugerüst und Planen versehen. Rechts sind grüne Baumzweige zu sehen. Der Himmel ist bewölkt.
    Sanierung am Scharoun-Hochhaus: hohe Gebäude erfordern hohe Baugerüste. Foto: Britta Leuermann
  • Ein hohes Gebäude, teilweise eingerüstet, ragt in den Himmel. Im Vordergrund sind grüne Baumzweige und -blätter zu sehen. Der Himmel ist teils bewölkt, teils blau.
    Sanierung am Scharoun-Hochhaus: hohe Gebäude erfordern hohe Baugerüste. Foto: Britta Leuermann

Die Instandsetzung der Laubengänge umfasst mehrere Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Funktionalität und Beständigkeit. Zunächst werden Fliesen, Estrich und Abdichtungen entfernt. Der Beton wird anschließend gereinigt und saniert, wobei Schäden behoben, der Stahl entrostet und Korrosionsschutz sowie spezieller Mörtel aufgetragen werden. Danach werden die Entwässerungssysteme und der Estrich erneuert, gefolgt von einer Abdichtung. Nach der Sanierung der Kragplatten und Attiken wird ein Gefälleestrich mit Kunststoffabdichtung eingebaut, wodurch die gesamte Konstruktion trocken bleibt. Diese Abdichtung umfasst alle Anschlüsse und Fugen, einschließlich Türen, Entwässerungseinläufe und Leitungen, sowie die Verankerungspunkte der Geländer. Abschließend werden die Geländer instandgesetzt und die Fassade hinter den Laubengängen saniert. Diese Maßnahmen gewährleisten die langfristige Nutzung der Laubengänge.