Ein Wildschwein steht im Wald zwischen Bäumen. Der Boden ist mit Laub und Ästen bedeckt, das Licht fällt sanft durch das Blätterdach.Ein Wildschwein steht im Wald zwischen Bäumen. Der Boden ist mit Laub und Ästen bedeckt, das Licht fällt sanft durch das Blätterdach.

Wildtiere

Wir und die Wildtiere – so kommen wir gemeinsam klar!

Berlin ist ein richtiger Großstadtdschungel: Ob Wildschweine, Waschbären, Füchse oder Ratten – sie alle finden in Parks und Gärten oder an Müllplätzen reichlich Futter und Unterschlupf. Damit die Wildtiere nicht zum Problem in unseren Quartieren werden, sollten alle MieterInnen unbedingt vier grundlegende Tipps beachten. Denn nur gemeinsam können wir die Verbreitung und die Besuche der Wildtiere in unserer Nachbarschaft verhindern.

  1. Müll richtig entsorgen: Essensreste immer in die Tonne und keine Reste aus dem Fenster werfen.
  2. Türen und Fenster schließen: Hauseingangstüren, Kellertüren und Fenster stets geschlossen halten. 
  3. Nistmöglichkeiten einschränken: Lagern Sie Gegenstände in Kellern und Lagerräumen übersichtlich und entrümpeln Sie regelmäßig.
  4. Niemals füttern: Legen Sie niemals Nahrung für die Tiere aus.

Bitte sprechen Sie Ihre NachbarInnen direkt an, wenn Sie Fehlverhalten bei der Müllentsorgung bemerken.

Was gut gemeint ist, schadet am Ende oft. Wildtiere kommen nicht in die Stadt, weil sie hungrig sind, sondern weil sie gelernt haben, dass sie in der Stadt leicht an Futter kommen. Gerade Wildschweine können Futterquellen über mehrere Kilometer hinweg riechen und sich die Orte sehr genau merken. Wer füttert, sorgt also dafür, dass die Wildtiere immer wieder kommen!

Deshalb füttern Sie Wildtiere bitte niemals! Es ist verboten und kann mit Bußgeldern von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Die Tiere finden in der Natur genug Nahrung. Die einzige Ausnahme: Füchse gehören in unserer Nachbarschaft zur städtischen Gesundheitspolizei, da sie Mäuse und Ratten fressen.

Ein Wildschwein steht im Grünen, umgeben von Bäumen und Gras. Das Tier ist aufmerksam und blickt nach vorne. Der Hintergrund ist verschwommen und zeigt eine Waldlandschaft.

Wildschweine sind normalerweise scheu, können aber aggressiv werden, wenn sie sich bedroht fühlen – vor allem, wenn sie Futter erwarten oder Nachwuchs haben. Falls es zu einer Begegnung kommt, halten Sie sich bitte unbedingt an diese vier Regeln:

  1. Ruhe bewahren: Keine hastigen Bewegungen machen.
  2. Abstand halten: Distanz wahren und sich langsam zurückziehen.
  3. Nicht provozieren: Weder anfassen noch erschrecken oder versuchen zu verscheuchen.
  4. Rückzug ermöglichen: Platz machen, damit das Tier sich zurückziehen kann.

Auf den langen Wanderungen der Ratten auf der Suche nach Nahrung und Nistmöglichkeiten können sich Krankheitserreger in ihrem Fell festsetzen, die für Menschen gefährlich werden können. Überraschen kann das nicht, legen die Ratten in unserer Stadt doch große Strecken in dem 6.000 Kilometer langen Berliner Kanalisationssystem zurück. Füttern Sie Wildtiere oder entsorgen Sie Ihre Essenreste im Müll nicht richtig, lockt das automatisch Ratten an.

Ratten sind Gesundheitsschädlinge in der Stadt

Wenn Sie Spuren von Ratten in Ihrem Keller oder im Haus bemerken, sollten Sie umgehend die Hausverwaltung verständigen. Sind Ratten tagsüber zu sehen, ist dies ein Anzeichen für einen Befall. Gegen die Tiere gehen Schädlingsbekämpfer mit Gift vor, das sie in betroffenen Kellern und Außenanlagen auslegen.



Um Ratten nicht unnötig in Ihr Wohnumfeld zu locken, beachten Sie bitte unbedingt die folgenden drei Verhaltensweisen:

  1. Werfen Sie Essensreste niemals in die Toilette.
  2. Achten Sie immer darauf, dass die Deckel der Mülltonnen verschlossen sind, und stellen Sie Müll niemals neben die Tonne.
  3. Halten Sie Ihren Keller aufgeräumt und lagern Sie dort keine Lebensmittel.

Marder zerbeißen manchmal die Dachrinne, die Wärmedämmung oder die Autokabel. Waschbären knacken Mülltonnen und können mit ihren fünf Fingern sogar leicht Schlösser öffnen. Damit die Tiere nicht in die Wohnung oder den Keller gelangen, hilft nur eins: Türen und Mülltonnen immer fest verschließen.

Wildschweine durchpflügen auf Nahrungssuche mitunter ganze Gärten und Grünanlagen. Kaninchen unterhöhlen mit ihren Tunneln und Bauten teils Gehwege und Straßen. Die Beseitigung solcher Schäden ist für Haus- und GrundstückseigentümerInnen meist mit hohen Kosten verbunden.

Begegnungen mit einem Fuchs sind in Berlin keine Seltenheit. Man schätzt den Bestand derzeit auf etwa 1.300 bis 1.400 Tiere. Füchse kommen hier etwa fünfmal häufiger vor als auf vergleichbarer Fläche im Umland.

Der Fuchs ist fast überall zu finden, auch in Wohnquartieren, wo man ihm distanzlos begegnet. Doch Füchse sind meist sehr scheu und richten keine Schäden an. Falls Sie einem begegnen, bewahren Sie Ruhe und machen Sie etwas Lärm, das wird den Fuchs mit Sicherheit vertreiben.

Vogel holt sich Futter an einem Futterhaus

Das Füttern von Vögeln im Winter hat Tradition bei uns. 10 bis 20 Millionen Euro geben die Deutschen im Jahr für Vogelfutter und Meisenknödel aus. Aber auch hier gilt es, einige Regeln zu beachten. Zum Schutz der Tiere, aber auch der Menschen. Denn auch Ratten freuen sich über das Körnerfutter am Boden. Folgende Tipps hat der Naturschutzbund Nabu auf seiner Website zusammengestellt:

  1. Grundsätzlich ist eine Vogelfütterung vor allem im Winter aus umweltpädagogischer Sicht empfehlenswert. Dann kommen wesentlich mehr Vögel zur Futterstelle, und bei niedrigen Temperaturen ist es einfacher, für die notwendige Hygiene zu sorgen. So wird eine Übertragung von Salmonellen auf die Tiere verhindert. Typischerweise füttert man im Winter von November bis Ende Februar. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen.

    Bei Fütterung oder Anbieten von Trink- und Badewasser im Sommer besteht die Gefahr der Infektion der Vögel mit Krankheitserregern wie Trichomonaden, die in größerer Zahl insbesondere Grünfinken befallen können. Gegen die in allen Fällen tödliche Krankheit helfen auch Hygienemaßnahmen wenig. Stellen Sie daher eventuelle Sommerfütterungen sofort bis zum nächsten Winter ein, sollten Sie kranke oder tote Vögel vorfinden.


  2. Wählen Sie Futterspender (Futtersilos), bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Auf diese Weise minimieren Sie die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern. Außerdem verdirbt darin das Futter nicht. Futterspender müssen so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist. Geeignete Futtersilos sind „wartungsfrei“. Hier können Sie Futter für einen längeren Zeitraum anbieten. Sie müssen normalerweise nur vor und nach der Wintersaison gereinigt werden.


  3. Sollten Sie dennoch herkömmliche Futterhäuschen verwenden, dann reinigen Sie diese regelmäßig mit heißem Wasser und legen Sie täglich nur wenig Futter nach. Aus hygienischen Gründen sollten Sie beim Reinigen Handschuhe tragen.


  4. Wohin mit dem Futterspender? Platzieren Sie Futterspender an einer übersichtlichen Stelle, so dass sich keine Katzen anschleichen und Sie gleichzeitig die Vögel gut beobachten können. In einem angemessenen Abstand sollten jedoch nach Möglichkeit Bäume oder Büsche Deckung bei eventuellen Attacken von Sperbern bieten. Achten Sie darauf, dass in der Nähe befindliche Glasscheiben für die Vögel nicht zu tödlichen Fallen werden. Vermeiden Sie Durchsichten oder Spiegelungen in Ihren Fenstern. Bekleben Sie gefährliche Scheiben von außen mit beliebigen Aufklebern oder Mustern. Alternativ können Futterstellen auch direkt an Fensterscheiben angebracht werden, da hier Kollisionen bei den kurzen Anflugwegen wenig gefährlich sind.


  5. Welches Futter eignet sich am besten? Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an Ihrer Futterstelle. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.

    Die häufigsten Körnerfresser an Ihrer Futterstelle sind Meisen, Finken und Sperlinge. Bei uns überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie anbieten in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen.
    Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. Achtung: Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen. Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.


  6. Vogelfutter am Boden kann Ratten anlocken. Um die zu vermeiden, darf man kein Futter am Boden ausbringen und muss geeignete, für Ratten nicht erreichbare, Auffangteller unter den Futtersäulen anbringen, zumindest aber Futterreste unter den Futtersäulen täglich beseitigen. Reicht das nicht aus, und leben die Ratten mutmaßlich vor allem von Vogelfutter, müsste man die Fütterungen einstellen.