Mehr Natur in der Nachbarschaft
Zwei Millionen Quadratmeter Grünflächen gibt es im Bestand der Gewobag. Um die Artenvielfalt auf diesen Flächen zu stärken, hat die Gewobag gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Berlin das Pilotprojekt „Städtisch Grün“ ins Leben gerufen: In der Paul-Hertz-Siedlung in Charlottenburg Nord werden zunächst ausgewählte Wiesenflächen weiterentwickelt und ökologisch aufgewertet. Das übergeordnete Ziel: Der langfristige Erhalt sämtlicher Funktionen der wohnungsnahen Grünanlagen für Mensch, Tier und Stadtklima.
Sie haben Fragen und Anregungen? Wir freuen uns über Ihr Interesse. Schreiben Sie uns an: Staedtischgruen@gewobag.de
Allgemeine Informationen zum Projekt
Ziel ist es, aus den Erkenntnissen des Pilotprojekts einen Handlungsleitfaden für die Pflege der Grünflächen zu entwickeln. Dieser dient der Verbesserung und langfristigen Erhaltung sämtlicher Funktionen der Grünflächen als Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen und berücksichtigt dabei auch den Klimawandel.
Bei der Entwicklung von ökologischen und biodiversitätsfördernden Maßnahmen wird die Gewobag von der Stiftung Naturschutz Berlin beraten. Mithilfe der Fachexpertise der landeseigenen Naturschutzstiftung werden optimierte Pflegekonzepte erarbeitet, um die biologische Vielfalt in den Quartieren zu fördern und die Pflege nachhaltig, im Sinne der Klimaanpassung zu gestalten.
In der Paul-Hertz-Siedlung werden im Rahmen des Pilotprojekts u.a. zu entwickelnde Wiesenflächen ausgewählt und als solche gekennzeichnet.
Die Paul-Hertz-Siedlung mit ihren vielfältigen Grünflächen stellt einen Querschnitt aller Außenanlagen im Bestand der Gewobag dar, sodass die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt auf einen Großteil der rund zwei Millionen Quadratmeter Grünflächen übertragbar sein werden.
Rasen- und Wiesenbereiche werden auf ihre Artenvielfalt hin untersucht. Dafür dürfen sich abgesteckte Bereiche frei entwickeln und werden maximal zwei Mal im Jahr gemäht. Gehölzflächen und Hecken bieten Lebensraum für viele Tiere, die beobachtet und gezählt werden. Ohne Formschnitte werden Blüten ausgebildet, die ein zusätzliches Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln und Co. bieten.
- Wiesenflächen bitte nicht betreten! Bitte auch dann nicht betreten, wenn sie noch ganz kurzrasig sind.
- Bitte keine Vögel auf den Wiesenflächen füttern! Ansonsten besteht die Gefahr, dass gebietsfremde Samen eingebracht werden.
- Bitte keine Kaninchen auf den Wiesenflächen füttern!
- Bitte die Wiesenflächen nicht als Hundetoilette nutzen!
Wir werden hier und über weitere Kanäle und im Rahmen etwa von Veranstaltungen vor Ort über Flora, Fauna und unser Projekt „Städtisch Grün“ informieren und die Gelegenheit zum Austausch bieten.
- Erhöhung der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen.
- Ermöglichung von mehr Naturerleben / mehr Vogelgesang / mehr Blüten in Wiesen und Gehölzflächen.
- Langfristige Anpassung der Gehölz- und Wiesenflächen an den Klimawandel, um z. B. weniger wässern zu müssen und um insgesamt schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen.
Die mit dem Pilotprojekt entstehenden Kosten trägt die Gewobag.
Nein, zum derzeitigen Zeitpunkt nicht. Aus den Erkenntnissen des Pilotprojekts wollen wir Maßnahmen ableiten, aus denen sich z.B. Einsparpotenziale bei der Bewässerung ergeben.
Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt haben aufgezeigt, dass schon mit kleinen Veränderungen in der Grünpflege eine ökologische Entwicklung aus der Bestandsvegetation heraus erfolgen kann. Dazu braucht es Geduld: Natürliche Entwicklung folgt den Jahreszeiten und den klimatischen Gegebenheiten.
Nun übertragen wir die gewonnenen Erkenntnisse Schritt für Schritt auch auf den restlichen Bestand. Im Zuge einer Neuausschreibung der Außenanlagenbewirtschaftung zum Jahresbeginn 2024 haben wir das Leistungsverzeichnis für Grünpflege deutlich angepasst: Durchführung von häufigeren Pflege- und Prüfgängen, Reduzierung von Störungen in Flora und Fauna, ein differenzierter Umgang mit Hecken und Gehölzen und eine geänderte Vorgehensweise bei der Bodenbewirtschaftung und der Rasenpflege.
Weiterhin wurde mit dem sogenannten „Grünen Handbuch“ ein für sowohl Neubau als auch Altbestand verbindlicher Pflanzenkatalog für Neu- und Ersatzpflanzungen entwickelt, bei dessen Entstehung die entsprechend wichtigen Aspekte zur Steigerung der Biodiversität in den Grünanlagen der Gewobag berücksichtigt wurden. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die nachhaltige Bewirtschaftung von Grünanlagen möglichst schnell im gesamten Bestand umgesetzt wird. Im nächsten Schritt werden wir verstärkt die Umwidmung einiger Rasen- zu Wiesenflächen in den Fokus rücken.
Zur Stiftung Naturschutz Berlin
Die Stiftung Naturschutz berät die Gewobag, wie die Grünflächenpflege in der Paul-Hertz-Siedlung unter Berücksichtigung des Klimawandels ökologischer ausgerichtet werden kann.
Die Stiftung Naturschutz Berlin hat bereits ein ähnliches Projekt in Tempelhof für die Wohnungsbaugenossenschaft Märkische Scholle durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Leitfaden zu finden.
Die Stiftung Naturschutz Berlin ist die Landesstiftung für Naturschutz. Sie ist eine gemeinnützige Stiftung des öffentlichen Rechts, die im Jahr 1981 durch das Abgeordnetenhaus Berlin per Gesetz gegründet wurde. Sie engagiert sich seither für eine artenreiche, vielfältige Stadt und widmet sich dem Natur- und Umweltschutz. Für die Erhaltung wichtiger Lebensräume von Tieren und Pflanzen setzt die Stiftung eigene unterschiedliche Projekte um. Außerdem unterstützt sie andere bei ihren Naturschutzprojekten – ideell und finanziell.
Weitere Informationen zur Stiftung Naturschutz Berlin unter www.stiftung-naturschutz.de
Zum Wohnumfeld
Ziel des Projektes „Städtisch Grün“ ist es, einen Handlungsleitfaden für eine naturnahe Grünpflege in Wohnanlagen zu erarbeiten, um die ökologische Funktion der Grünanlagen zu erhalten. Dabei ist zukünftig stärker zu differenzieren, welche Grünanlagenbereiche intensiver oder extensiver zu pflegen sind, da sie Raum für einen natürlichen Pflanzenwuchs bieten.
Die Grünflächen im Quartier sind der Lebensraum vieler Kaninchen. Je mehr es hier von ihnen gibt, desto weniger Platz ist für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Damit sich eine bunte Artenvielfalt in Ihrer Nachbarschaft entwickeln kann, bitten wir Sie, die Kaninchen nicht zu füttern. Des Weiteren leisten Sie mit dem Unterlassen der Kaninchenfütterung einen wichtigen Beitrag zu Ihrer eigenen Sicherheit und Wohlbefinden. Durch die teils großzügigen Kaninchenbauten im Erdreich entstehen Schäden in den Freiflächen, die sich teilweise bereits erheblich in beschädigten Gehwegen, absterbenden Pflanzen sowie in ihrer Funktion beeinträchtigten Feuerwehrflächen äußern.
Mehr Infos unter: https://www.sowohntberlin.de/meine-stadt/wildtiere-fuettern
Im Rahmen des Projektes „Städtisch Grün“ werden u.a. auch Lösungsstrategien im tiergerechten Umgang mit Kaninchen, Wildschweinen und anderen Wildtieren erarbeitet.
Das tiergerechte Füttern von Vögeln im Winter (Dezember bis März) ist grundsätzlich möglich. Zum Schutz der Jungvögel ist die Vogelfütterung im Frühling (April bis Juli) explizit nicht gewünscht. Das Ausbringen oder Bereitstellen von Futterstellen am Boden ist von Seiten der Gewobag untersagt, da dies vorrangig Schädlingspopulationen fördert.
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung/index.html
https://www.sowohntberlin.de/meine-stadt/wildtiere-fuettern/
Im Rahmen der regelmäßigen Baumkontrollen findet mindestens 1x jährlich eine Baumbegutachtung statt. Im Rahmen dieser Begutachtung werden Baumpflegemaßnahmen zum Erhalt des Baumhabitus und der von ihm ausgehenden Verkehrs- und Gebäudesicherheit ermittelt. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt gem. Berliner Baumschutzverordnung (BaumSchVO).
Das Fußballspielen auf den Rasenflächen und das Fahrradfahren zwischen den Sträuchern ist nicht gestattet.
Jeder Bestandteil der Grünflächen unterliegt einer bestimmten Pflanzen- und damit Pflegekategorie. Aus diesem Grund sind Pflanzungen durch Dritte ohne vorherige Absprache nicht erwünscht. Bereits erfolgte Pflanzungen werden nach Möglichkeit erhalten.
Gärtnern generiert neue Impulse, schafft einen Rahmen für Naturerfahrung, für Begegnung und Gemeinschaft und ermöglicht darüber hinaus weitergehendes Engagement in den Quartieren. Deshalb unterstützt die Gewobag Urban-Gardening-Initiativen. Dazu schließen Sie mit Ihrer Objektmanagerin oder Ihrem Objektmanager eine entsprechende Nutzungsvereinbarung ab.
Laubsauger richten Schaden an, nicht nur wegen des Lärmpegels. Sie entnehmen der Natur Pflanzensamen, saugen Spinnen und Insekten auf und greifen so massiv in die biologische Vielfalt ein. Wird das Laub stattdessen auf gut bepflanzte Stauden- oder Gehölzflächen gebracht, gehen keine Nährstoffe für Boden und Pflanzen verloren. So kann es langsam vor Ort kompostieren und bietet zudem Schutz für Insekten und Igel.
In den Beständen der Gewobag setzen die Grünpflegedienstleister keine Laubsauger ein, dies ist vertraglich nicht erlaubt. Laubsauger sind nicht zu verwechseln mit Laubbläsern.
Warum die Gewobag Laubbläser zulässt, lesen Sie bitte bei folgender Frage:
Laubbläser (nicht zu verwechseln mit Laubsaugern) unterstützen das Zusammenkehren von Laub und damit auch die Entfernung des Laubs im Zeitraum von Oktober bis Dezember sowie beim Restlaub, welches stellenweise im März/April noch entfernt werden muss.
Pflanzensamen, Spinnen und Insekten werden im Gegensatz zum Laubsauger nicht aufgenommen und verbleiben in den Grünanlagen. Jedoch ist nicht jede Art von Laub in Grünanlagen dienlich. So muss z. B. das Laub der Kastanien mit Miniermottenbefall zur Eindämmung des Schädlings entsorgt werden. Laub von schwer kompostierbaren Baumarten, wie z. B. der Eiche oder der Walnuss wird ebenfalls entsorgt.
In den Gebieten Mitte und Wedding werden testweise vereinzelt akkubetriebene Laubbläser zur Unterstützung der Reinigung von Außenanlagen eingesetzt. Eine rein manuelle Laubaufnahme ist angesichts der Vielzahl der zu bewirtschaftenden Flächen extrem personal- und zeitintensiv und steht daher – auch mit Blick auf die Betriebskostenabrechnungen – gegenüber unseren MieterInnen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis.