Visualisierung des Neubauprojekts der Gewobag in der Rauchstraße

Rauchstr. 22 (MUF)

Ende 2015 verpflichteten sich die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zur Errichtung neuen Wohnraums für geflüchtete Menschen. Seitdem hat die Gewobag mit zwei umgesetzten Neubauprojekten in den Bezirken Reinickendorf und Spandau Wohnraum für rund 550 Geflüchtete geschaffen. 

Mit dem dritten Neubau der Gewobag entsteht ab Frühjahr 2020 ein Zuhause für rund 270 Geflüchtete in der Rauchstraße 22 im Spandauer Ortsteil Hakenfelde. 

Das Projekt

Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, sind in einer besonderen Situation. Sie haben Wochen, manchmal Monate einer gefährlichen und anstrengenden Flucht hinter sich. Sie mussten ihre Heimat verlassen, haben Krieg und Vertreibung erlitten und sind deshalb oft traumatisiert. Das Konzept des Gebäudes entspricht den Erfordernissen von geflüchteten Familien mit Kindern. Zimmer, Gebäude und der Außenraum sind so konzipiert, dass einerseits die Privatsphäre gewahrt ist und andererseits eine fachliche Betreuung möglich ist.

Illustration Rauchstraße 22
Entwurf Ansicht Ost / Eingangsseite

Es entstehen fünf Vollgeschosse (EG + 1.-4.OG) in Modulbauweise, nicht unterkellert, mit insgesamt ca. 5.200 m² Netto-Raumfläche (Wohn- und Aufenthaltsfläche, Büro, Lager, Sonstiges, Verkehrs- und Technikfläche).

Im Erdgeschoss befinden sich neben vier Wohnungen gemeinschaftlich genutzte Räume, wie der Beratungsbereich und Mehrzweckräume für Veranstaltungen und Begegnungen, die Waschküche und Lager-/Abstellräume.
In den Obergeschossen (1. bis 4. OG) sind jeweils 13 Wohnungen als 1 bis 5 Zimmer-Wohnmodule geplant. Die Erschließung der Obergeschosse erfolgt über zwei Treppenaufgänge; ein Aufzug sichert zudem die barrierefreie Erreichbarkeit der Obergeschosse.

Wir schaffen Wohnraum für ca. 274 geflüchtete Menschen in 56 Wohnungen. Der Baubeginn ist planmäßig am 02.06.2020 erfolgt. Die Bauzeit beträgt ca. 1 Jahr – die Fertigstellung wird zum 30.06.2021 erwartet.

Bauweise und Außenanlage

Modulare Bauweise

Der Zeitraum, der normalerweise benötigt wird, um in Berlin ein Wohngebäude zu planen und zu errichten, umfasst im Moment ca. 24 Monate. Deshalb wurde hier eine Bauweise mit werksseitig vorgefertigten Modulen (insbesondere Wandelemente mit Fenstern und Fertigbadzellen) gewählt. Die einzelnen Module werden vorgefertigt nach einer detailliert durchgeplanten Baulogistik angeliefert und montiert. Auf eine Unterkellerung verzichtete man. So ist die kurze Bauzeit von knapp 13 Monaten möglich.

Außenanlage

Auch bei der Gestaltung des Außenraums wurde der besonderen Situation von geflüchteten Menschen Rechnung getragen. Denn viele von ihnen verbringen in der ersten Zeit den ganzen Tag in der Unterkunft. Für die Kinder entsteht ein Spielplatz. Es gibt ein Picknickareal sowie eine Fläche für gemeinsame Spiele. Alle anderen Flächen werden begrünt und es entstehen auch Stellplätze für 112 Fahrräder.

Fußläufig auf der anderen Seite der Havel gelegen, wächst das größte Neubauquartier der Gewobag: Die WATERKANT Berlin. Seit 2018 entsteht hier zusammen mit der WBM bis 2025 ein neuer Berliner Kiez mit rund 2.500 Wohnungen, sozialer und wohnortnaher Infrastruktur und regenerativer Energieversorgung für zukünftige SpandauerInnen.