Im Dialog bei Bauvorhaben
Partizipation versteht die Gewobag als Chance, „bessere“ und nachhaltigere Entscheidungen hinsichtlich Planungssicherheit und Akzeptanz zu erreichen. Informieren, beraten, einbeziehen: Bei Bauvorhaben setzt die Gewobag auf einen aktiven Dialog mit der Mieterschaft und der Nachbarschaft. Im Zentrum der intensiven Beratung bei Modernisierungen stehen neben Informationsveranstaltungen persönliche Gespräche: Die Interessen und Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter werden aufgenommen und nach Möglichkeit in den weiteren Planungen berücksichtigt.
Wenn der Bestand um Neubauten wächst, stellt die Gewobag im Vorfeld ein Partizipationskonzept auf, das je nach Vorhaben variiert. Neben klassischen Hausaushängen, Informationsschreiben und -abenden, Newslettern oder Internetpräsentationen lädt die Gewobag auch zu Workshops oder Ortsbesichtigungen ein, um Meinungen und Ideen der Nachbarschaft für die weiteren Planungen zu sammeln.

Kommunikative Eckpfeiler für künftige Neubauvorhaben bilden die neuen Leitlinien für Partizipation, die am 17. Januar 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Herausgeber sind die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, darunter die Gewobag. Gemeinsam mit der HUMBOLDT-VIADRINA-Governance Platform gGmbH haben sie im Jahr 2017 die Trialogreihe „Partizipation im Wohnungsbau“ durchgeführt. Ziel war es, ein einheitliches Verständnis von partizipativen Verfahren mit verlässlichen Strukturen zu schaffen. In der vierteiligen Trialog-Reihe ist es gelungen, eine Verständigung von Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft, organisierter Zivilgesellschaft und Wissenschaft über Beteiligungsstufen und -formate sowie Qualitätskriterien in Beteiligungsverfahren zu erreichen.
Welche Stufe der Partizipation zum Einsatz kommt – Information, Konsultation, Mitgestaltung oder Mitentscheidung – diktiert das jeweilige Vorhaben. Wesentliche Qualitätskriterien, an denen die Beteiligung gemessen werden kann, sind: grundsätzliche Haltung bezüglich des „Wie“, gemeinsame Verantwortung, ein frühzeitiger Beginn, Transparenz, Verbindlichkeit, Flexibilität sowie die kommunikative Verschränkung zu den informellen Verfahrensschritten. In Abhängigkeit von der Beteiligungsstufe sind die Erarbeitung von Bebauungsvarianten oder die Bildung projektbegleitender Gremien Konsens. Eine umfassende Information über Bauprojekte als Grundlage jeder Partizipation wird zugesichert. Die von den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften als verbindlich anerkannten Leitlinien werden zunächst für ein Jahr erprobt, evaluiert und ggf. nachbearbeitet.
Partizipation der Mieterschaft
Die Partizipation der Mieterinnen und Mieter nimmt einen hohen Stellenwert bei der Gewobag ein. Das Bestandsmanagement entwickelt und verantwortet die informelle Partizipationsstrategie in Abstimmung mit den relevanten Abteilungen und verantwortet diese. Es plant, konzipiert und führt regelmäßige Dialogveranstaltungen mit den Mieterinnen und Mietern sowie der interessierten Öffentlichkeit durch. Auch in der Quartiersarbeit nimmt Partizipation ein immer mehr wachsendes Feld ein. Die Kiez-koordination der Gewobag initiiert und begleitet alle Aktivitäten für ein nachbarschaftliches Miteinander. Dabei arbeitet sie eng mit Mieterbeiräten, Akteurinnen und Akteuren vor Ort zusammen, darunter Bildungseinrichtungen, Vereine, Quartiersmanagements sowie Bezirksverwaltungen.
Die quartiersbezogenen Mieterbeiräte, in denen sich über 60 Mieterinnen und Mieter ehrenamtlich engagieren, sind wichtige Ansprechpartner für die Mieterschaft, Initiativen im Wohnumfeld sowie für die Gewobag.
Der Mieterrat spielt eine zentrale Rolle in der Partizipation und Mitbestimmung der Mieterschaft bei der Gewobag. Das Gremium setzt sich aus gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Mieterschaft zusammen und hat erfolgreich seine Arbeit aufgenommen. Der Mieterrat beschäftigt sich mit unternehmensweiten Themen und bietet regelmäßige Sprechstunden für die Mieterschaft an. Darüber hinaus findet ein reger Austausch mit Mieterbeiräten, anderen Mieterräten sowie verschiedenen Institutionen statt.
Der Einfluss des Mieterrats auf die Unternehmensplanung wird durch die Entsendung eines Mitglieds in den Aufsichtsrat der Gewobag gewährleistet. Ein weiteres Mitglied des Mieterrats nimmt als Gast an den Sitzungen der Gremien teil. Zusätzlich kann der Mieterrat Vorschläge für die Investitionsplanung einbringen, um direkt auf strategische Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Zudem bieten Termine mit dem Vorstand und anderen Unternehmensvertretern zusätzliche Möglichkeiten zum Dialog und Informationsaustausch.
Um seine Tätigkeiten zu unterstützen, werden dem Mieterrat zusätzliche Schulungs- und Weiterbildungsangebote durch die „Wohnraumversorgung Berlin – Anstalt öffentlichen Rechts“ (SiWo) zur Verfügung gestellt. Die SiWo trägt zur gezielten Weiterbildung der Mieterräte bei und stärkt somit deren Partizipation. Der Mieterrat ist eine essentielle Säule der gemeinsamen Zukunftsgestaltung innerhalb der Gewobag.